Enes Akyüz und Eintracht Werne freuen sich auf den Saisonstart. © Jürgen Weitzel
Fußball

„Kann auch Taktik sein“ – Eintracht Werne redet nicht von Aufstieg

Erstmals seit zwei Jahren wird bei Eintracht Werne der Aufstieg von Seiten der Trainer nicht klar als Ziel formuliert. Kapitän Enes Akyüz spricht über die Gründe und nennt seine eigene Meinung.

Die Mannschaft von Eintracht Werne steckt mitten in der Vorbereitung auf die kommende Saison. Zum Start in der Kreisliga A tritt das Team von Trainer Aykut Kocabas in rund vier Wochen beim VFL Kamen an.

Trotz der großen Vorfreude auf den Saisonstart und den hohen Zielen der letzten Jahre will bei der Eintracht kein Trainer etwas vom Aufstieg wissen. „Das kann vielleicht ja auch Taktik sein“, vermutet Eintracht-Kapitän Enes Akyüz scherzhaft. „Die Trainer reden seit zwei Jahren vom Aufstieg, jetzt formulieren sie es eben andersherum. Vielleicht klappt es ja so.“

Die Mannschaft muss konditionell besser werden

Akyüz selbst schließe sich der Meinung der Trainer an. Man müsse jetzt nach der langen Zeit ohne Training und nur fünf bis sieben Wochen Vorbereitung vorsichtig sein. „Große Töne gehen jetzt nicht. Du musst erstmal die Leute fit kriegen. Wenn du die Leute nicht fit kriegst, mit denen du aber für den Aufstieg planst, dann ist das nicht gut.“

Wichtig sei deshalb jetzt, die nötige Kondition für die Saison aufzubauen. „Es haben nicht alle was gemacht zu Hause, deshalb ist das extrem wichtig. Das Training unter Aykut ist nicht so laufintensiv wie die Jahre davor, dafür machen wir mehr mit dem Ball, da laufen wir auch viel. Die Freundschaftsspiele tun dann ihr Übriges“, sagt Akyüz.

Eintracht Werne mit vielen coronabedingten Problemen

Ein weiteres Problem, das die Vorbereitung erschwert, sind die vielen Urlaube nach dem Lockdown. „Es ist ja klar, dass alle wegfahren wollen, wenn sie wieder dürfen. Das ist für uns aber problematisch. Wir sind 21 Mann im Kader, trainieren aber teilweise nur mit zwölf, weil sechs im Urlaub sind und der Rest arbeitet.“

Daraus resultiert, dass die Testspiele nicht in Bestbesetzung bestritten werden können. „Bei den Freundschaftsspielen sind viele von der Alt-Herren Mannschaft dabei gewesen, weil wir die erste Elf nicht vollbekommen haben“, sagt der Kapitän. „Das war sehr korrekt, dass die uns geholfen haben, aber so soll es in der Saison natürlich nicht aussehen. Man kann so auch absolut nicht abschätzen, wo wir stehen“, gibt Akyüz zu bedenken.

Eintracht Werne keine Truppe voller „Söldner“

Trotz der vielen coronabedingten Baustellen gibt Enes Akyüz eine klare Richtung vor: „ Den anderen Teams wird es ebenso gehen. Wir sind eine schlagfertige Truppe, natürlich will ich, dass wir guten Fußball spielen. Wir wissen, was wir können, es will sich nur keiner festlegen.“

Das wichtigste sei aber, dass endlich wieder gezockt werde. „Die Mannschaft ist größtenteils zusammengeblieben, die Stimmung ist top“, sagt Akyüz. Vor allem das Gemeinschaftsgefühl habe gefehlt. „Klar hast du irgendwo Vereine wo du Söldner hast, die dann direkt nach dem Training wieder abhauen, aber bei uns ist das ja auch pures Hobby. Nach jedem Training sitzen wir noch 30-45 Minuten zusammen. Genau dafür spielen wir Fußball!“

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