Die Werbebande ist nicht nur eine angenehme Stütze, sondern bringt auch Geld ein. © Matthias Kerk (Archiv)
Amateursport

„Können von keinem, der Kurzarbeit hat, Geld verlangen“: Werner Verein verzichtet auf Sponsoren

Ein Werner Sportverein verlangt von seinen Sponsoren für diese Saison keine Zahlungen. Ein weiterer Verein geht einen anderen Weg und betont die Wichtigkeit - und Gefahren - des Sponsorings.

Ohne Geld geht bekanntlich auch im Sport nicht viel. Besonders auf Amateurebene sind die Vereine auf Sponsoren angewiesen. Durch die Corona-Pandemie geraten Unternehmen aber zum Teil in eine finanzielle Schieflage und Sport findet auch nicht statt. Die heimischen Vereine gehen mit der Frage, wie sie in dieser Zeit mit dem Sponsoring umgehen sollen, aber unterschiedlich um.

Für Jens König von den LippeBaskets Werne ist das ganz klar. „Wir haben auf Sponsoren-Einnahmen verzichtet, da wir keine Ausgaben haben. Wir haben keine Hallennutzungs-Kosten und nur geringe Verbandsabgaben. Wir können von keinem, der in seinem Unternehmen Kurzarbeit hat, Geld verlangen“, sagt der Sportliche Leiter und Geschäftsführer des Basketball-Klubs.

Für Jens König ist klar, dass die LippeBaskets auf Sponsoring-Einnahmen verzichten.
Für Jens König ist klar, dass die LippeBaskets auf Sponsoring-Einnahmen verzichten. © LBW © LBW

Und noch ein anderer Aspekt spielt für den Verzicht eine Rolle. „Wir sind ein klassischer Amateurverein. Wir kaufen keine Spieler ein und bezahlen keine. Wir geraten ohne Sponsoren-Einnahmen nicht in Schieflage“, so König.

Für die Saison 2020/21 haben die LippeBaskets auf Zahlungen der Sponsoren verzichtet – und der starke Mann des Vereins glaubt auch nicht, dass in dieser Spielzeit noch einmal gespielt wird. König hofft auf den Start der kommenden Saison im September. „Es ist illusorisch, dass wir vor Ostern wieder spielen können.“

Der Werner SC dagegen verzichtet nicht direkt auf die Sponsoren-Einnahmen, sondern setzt auf den persönlichen Austausch mit seinen Geldgebern – viel mehr Thomas Overmann. „Das Wichtigste ist, den Kontakt zu halten und ehrlich zu sagen, kannst du oder kannst du nicht. Man muss auch bei scheiß Wetter und Corona den Kontakt halten“, betont der Vorsitzende der Fußballabteilung.

Deswegen habe Overmann den Austausch mit den Mitglieder des Clubs 100, in dem 100 Personen sind, die pro Jahr 100 Euro an den WSC zahlen, gesucht. „Wir haben offen gesprochen, ob das dieses Jahr möglich ist. Ich mache keinen Druck und respektiere, wenn jemand nur mal die Hälfte oder gar nicht zahlt.“

Overmann: „Alle die höher spielen, spielen nicht für frische Luft“

Für ihn sei es wichtig, dass der Klub nicht von einem großen Sponsor abhängig sei, sondern von vielen kleinen. „Viele Vereine machen den Fehler nur ein, zwei große Sponsoren zu haben und wenn die aussteigen, ist der Verein pleite.“ Mit der Volksbank hat mit dem Trikotsponsor aber auch ein großer Partner sein Engagement von sich aus für das elfte Jahr verlängert, was Overmann sehr freut.

Der Fußball-Vorsitzende hebt die Bedeutung des Sponsorings für die Werner Ambitionen – und Vergangenheit – hervor. „Wir dürfen uns nichts vormachen: Wenn wir höher spielen wollen, hängt das vom Geld ab. Alle die höher spielen, spielen nicht für frische Luft. Aber jeder muss auch wissen, wo wir herkommen. Ohne Sponsoring würden wir nicht da stehen.“

Thomas Overmann betont die Wichtigkeit des Sponsorings für die Ambitionen des Werner SC.
Thomas Overmann betont die Wichtigkeit des Sponsorings für die Ambitionen des Werner SC. © Helga Felgenträger © Helga Felgenträger

Beim SV Herbern wollte man zum Verzicht auf Sponsoren-Einnahmen nur so viel sagen. „Letztes Jahr haben wir ordnungsgemäß abgerechnet. Die Sponsoren bleiben uns treu“, sagt Vorsitzender Jürgen Steffen.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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