Luna Laabs, hier noch auf Dow Jones, war im vergangenen Jahr sehr erfolgreich. © Annika Falkenberg
Reitsport

Luna Laabs erreicht großen Erfolg, übt aber Kritik: „Das sind keine gleichen Voraussetzungen“

Es war kein einfaches Jahr für Luna Laabs. Im Gegensatz zu anderen hochklassigen Reitern fühlt sie sich benachteiligt. Dennoch erreichte sie zum Ende des Jahres einen starken Erfolg.

Das vergangene Jahr war ein erfolgreiches für die Reiterin Luna Laabs. Trotz der Corona-Einschränkungen erreichte sie zwei tolle internationale Siege in Belgien, gewann die Westfälischen Meisterschaften und holte auch bei der Deutschen Meisterschaft einen starken fünften Platz.

Dabei waren die Bedingungen für die Reiterin des Reitvereins St. Georg alles andere als einfach. „Ich habe mein Pferd Wild Willy auf einer privaten Reitanlage stehen“, erklärt Laabs. „Deswegen bin ich das ganze Jahr schon komplett ohne Trainer unterwegs. Es kann ja keine externe Person hierhin kommen und ich kann auch nirgendwo hin fahren.“ Zwar dürfen die Reiter ihre Pferde weiterhin pflegen, doch es darf nur das Nötigste gemacht werden – also kein ausuferndes Training.

Im Gegensatz zu den Reitern, die ihr Pferd auf einer großen Anlage und mit einem festen Trainer stehen haben, sieht sie sich selbst klar im Nachteil. „Die werden das alle bestreiten, aber die werden da schon noch mehr trainieren“, ist sich Luna Laabs sicher. „Wenn man seinen Trainer fest vor Ort hat, ist man schon deutlich im Vorteil. Ich finde das ziemlich unfair, dass die Bedingungen zwischen den Reitern da so unterschiedlich sind.“

Sie selbst will sich auf jeden Fall an die Vorgaben halten. „Was soll ich denn sagen, wenn doch mal das Ordnungsamt vor der Tür steht? Wenn ich dann richtig hart trainieren würde, wäre ich zwar alleine, aber es wäre ja offensichtlich mehr als nur das nötigste Bewegen“, sagt sie.

Diese ungünstigen Vorrausetzungen sorgten zuletzt auch dafür, dass sie sich gegen viele Turniere entschieden hat. „Teilweise wollte ich dann auch überhaupt nicht fahren“, erklärt Luna Laabs. „Wenn die Bedingungen so ungünstig sind, verzichtet man lieber.“

Zu einigen Turnieren ist sie dann aber doch angereist – dazu zählen prestigeträchtige Wettbewerbe wie die Westfälischen oder die Deutschen Meisterschaften. Und die liefen, wie bereits beschrieben, sehr gut. „Das ist für mich und dann nochmal mehr ein besonderer Erfolg“, erklärt sie. „Es ist wirklich toll, dass wir unter diesen Bedingungen trotzdem so erfolgreich waren.“

Und das wurde nun doppelt belohnt: Luna Laabs wurde erneut mit ihrem Wild Willy für den Nationalkader nominiert. In der Gruppe N2, der „Long List“ an Top-Athleten, findet sich die Reiterin wieder. „Für mich ist das eine ganz besondere Auszeichnung“, sagt sie.

Ob sie nun in der Gruppe N1 oder N2 steht, macht für sie nicht wirklich einen Unterschied. „Es ist eigentlich alles ziemlich ähnlich. Ich werde zu den gleichen Turnieren eingeladen, komme zu den gleichen Lehrgängen. Der einzige Unterschied ist wohl, dass mein Sponsorenkontingent kleiner ist“, erklärt Luna Laabs.

Erreicht hat sie diesen Erfolg durch ihre Platzierungen im vergangenen Jahr. „Das habe ich mir hart erarbeitet. Es war kein einfaches Jahr, aber deswegen sind diese Auszeichnungen umso höher anzurechnen.“

Über die Autorin
Redakteurin
Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
Zur Autorenseite
Johanna Wiening

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.