Bleibt er, geht er? Christoph Henke hat eine Entscheidung über seine Zukunft getroffen. © Timo Janisch
Basketball

Nach Saisonabsage bei den LippeBaskets: Keine Überraschung, dafür aber viel Hoffnung

Der Westdeutsche Basketballverband (WBV) hat beschlossen, dass ab der 2. Regionalliga in dieser Saison kein Basketball mehr gespielt wird. Für die LippeBaskets kommt die Nachricht wenig überraschend.

Endlich haben die LippeBaskets Klarheit. Nach Monaten des Hoffens hat der WBV am Mittwochabend beschlossen, die Saison ab der 2. Regionalliga abzubrechen. Bei den Werner Basketballern löst die Nachricht wenig Überraschung aus. Vielmehr gibt sie neue Hoffnung.

Der Tenor war eindeutig: Man sei bei den LippeBaskets bereits seit Längerem davon ausgegangen, dass die Regionalliga-Spieler in der Saison 2020/21 nicht mehr auf dem Feld stehen würden. „Letztendlich war das zu erwarten durch die Entwicklung der letzten zwei Wochen, wo die Prognosen nicht mehr so toll waren“, sagt LippeBaskets-Coach Christoph Henke.

Andere Bundesländer und Sportarten waren mit ihren Saisonabbrüchen schon vorangegangen. Beim WBV wollte man sich ein Hintertürchen offenlassen und vielleicht zumindest eine Aufstiegsrunde in der 2. Regionalliga spielen lassen. Henke lobt den Verband für diese Option: „Ich fand es gut, dass der WBV kurzfristig sowas anbieten wollte, weil sie sich einfach angepasst haben an die Situation und eine Tür offen halten wollten.“

„Man war immer im Standby-Modus“

Teamkapitän Lukas Mersch unterstützt ebenfalls die Entscheidung des Verbandes: „Im Endeffekt ist das richtig, anstatt so eine gebrauchte Saison zu Ende zu spielen, sollte man sich lieber darauf konzentrieren, eine vernünftige Saison zu starten.“ Dazu zählen für ihn aber auch Zuschauer: „Das ist ohne nicht normal.“ Er habe schon länger mit der Absage gerechnet und findet das sehr verständlich.

Die Entscheidung gebe den LippeBaskets jetzt Planungssicherheit und Hoffnung, im Oktober wieder normal starten zu können. „Auch mental ist das für alle einfacher, weil man war ja immer im Standby-Modus, da geht der Schalter irgendwann aus. Jetzt hast du irgendwo Weitblick, dass du als Trainer planen kannst“, so Henke.

Das gilt auch für den Trainer der 2. Mannschaft, Jan König, der zudem als Ersatzspieler in der 2. Regionalliga aufläuft. Er war ebenfalls nicht überrascht von der Absage, macht sich nun aber Hoffnung auf einen Neuversuch im Herbst, auch wenn bis dahin viel Arbeit vor den Spielern liegt: „Wir haben seit zwei Jahren gefühlt kein Basketball gespielt, was Wahnsinn ist. Da werden wir eingerostet sein, ich auf jeden Fall. Ich war damals schon alt, jetzt bin ich noch älter“, sagt er lachend.

LippeBaskets müssen dann erstmal viel trainieren

Er kündigte daher für sein Team schon mal ein intensives zweiwöchiges Trainingslager im Freien an, an dem wohl auch die erste Mannschaft teilnehmen wird – auch zu Zwecken des Teambuildings. Vor dem Sommer rechnet bei den LippeBaskets nämlich niemand damit, wieder in die Halle zu können. „Ich denke nicht, dass wir in irgendeiner Form vor Mai richtig mit dem Training beginnen können“, sagt Geschäftsführer Jens König auch mit Blick auf Mannschaftstraining im Freien.

Er persönlich hofft, dass der Verband den Saisonstart nicht wieder so weit nach hinten verlegt wie im vergangenen Jahr: „Sonst haben wir genau das Szenario vom letzten Jahr.“ Stattdessen wünscht er sich einen Saisonstart regulär im September: „Ob Deutschland dann soweit ist, das liegt dann auch an den Weisen in der Politik.“

Über die Autorin
Freie Mitarbeiterin
1993 in Werne geboren. Habe Geschichte und Religionswissenschaften an der Ruhr-Uni Bochum studiert. Seitdem ich 15 bin bei Lensing Media: Angefangen in der Lokalredaktion Werne, inzwischen fast nur noch als Freie Mitarbeiterin in der Stadtredaktion Dortmund.
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Verena Schafflick

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