Lutz Gripshöver macht der Pferde-Herpes durchaus Sorgen. © Jürgen Weitzel
Reitsport

Pferde-Herpes beunruhigt Lutz Gripshöver: Eigentlich wollte er wieder Turnier reiten

Eigentlich wollte Lutz Gripshöver am Wochenende sein erstes Turnier nach Corona-Pause reiten. Der Pferde-Herpes-Ausbruch verhindert das. Gripshöver ist beunruhigt.

Ein Ausbruch von Pferde-Herpes ist nicht unbedingt etwas neues. „Das gibt es immer mal wieder im Kleinen, da werden dann einzelne Höfe oder Pferde isoliert“, weiß der Werner Reiter Lutz Gripshöver. Doch einen Ausbruch wie diesen – ausgelöst durch ein Reitturnier in Valencia – hat auch der erfahrene Gripshöver noch nicht erlebt.

Die Lage bei dem internationalen Reitturnier in Valencia muss dramatisch gewesen sein. Einige Pferdebesitzer haben Tiere durch einen wohl sehr aggressiven Vertreter des Herpes-Virus verloren. Später wurden auch bei einem Turnier in Doha Tiere positiv auf das Virus getestet, ebenso wie Tiere, die aus Spanien zurück nach Deutschland kamen.

„Die haben den Ausbruch erst verheimlicht“

Lutz Gripshöver war selbst nicht in Spanien. Gehört hat er von dem Turnier aber so einiges. „Das Management war dort wohl ziemlich schlecht, das ist das Hauptproblem“, sagt er. „Die haben den Ausbruch erst verheimlicht und einfach weiter gemacht.“

Die Auswirkungen sind nun groß. Zuerst hatte der Weltreiterverband FEI alle internationalen Turniere bis zum 28. März abgesagt. Da ahnte auch Lutz Gripshöver, der nach seiner freiwilligen Corona-Pause am Wochenende eigentlich wieder bei einem Turnier in Freckenhorst starten wollte, bereits Böses. „Ich habe das gelesen und wusste: Da werden die in Deutschland auch reagieren“, sagt der erfahrene Berufsreiter.

Und genauso kam es auch. Am Dienstag vermeldete die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN): Bundesweit sind alle Pferdesport- und Zuchtveranstaltungen bis zum 28. März abgesagt. „Das betrifft bei uns schon einige Turniere und Leistungsprüfungen“, sagt er.

Verständnis hat Lutz Gripshöver aber durchaus. „Wir haben auch sofort Maßnahmen ergriffen und allen gesagt, sie sollen mit ihren Pferden nirgendwo hinfahren. Das ist glaube ich erstmal das Wichtigste“, sagt der Werner Reiter.

Auch in puncto Impfungen waren die Gripshövers bereits aktiv. „Wir haben in den letzten Tagen noch 40 Pferde geimpft, einige waren auch schon geimpft. Auch, wenn der Impfschutz nicht bei 100 Prozent liegt“, sagt er.

Auch am Freitag sollten noch einige Tiere eine Impfung bekommen. Und da hatte Lutz Gripshöver Glück: „Unser Tierarzt hatte auch erst keine Impfungen mehr, hat dann aber noch welche bekommen. Es wird aber an einigen Stellen knapp, einige bekommen erst im April wieder den Impfstoff.“

Ob bis dahin schon wieder Turniere geritten werden können, will Gripshöver bisher noch nicht einschätzen. „Wir hatten das in der Form ja auch noch nicht“, sagt er. „Natürlich ist das nicht so unbekannt wie Corona es war, aber einschätzen kann man es auch noch nicht. Wir müssen jetzt abwarten und hoffen, dass die Situation nicht so schlimm wird. Aktuell ist es ja Gott sei Dank noch ein Stück entfernt.“

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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