Der SV Herbern hatte mit einem Coronafall zu kämpfen. © Johanna Wiening
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Platz 2: Corona-Fall beim SV Herbern – So geht der Verein mit der Situation um

Das Sportjahr 2020 war kurz - aber dennoch nicht weniger turbulent. Wir erinnern an einige Ereignisse mit den zehn erfolgreichsten Artikeln. Auf Platz zwei geht es um einen Coronafall beim SV Herbern.

Die erste Mannschaft des SV Herbern ist in dieser Woche in den geregelten Trainingsbetrieb zurückgekehrt. Und weil das Landesliga-Team noch offen für mögliche Neuzugänge ist, hat sich auch zweimal ein Gastspieler im Training vorgestellt.

Nachdem dann plötzlich Halsschmerzen bei ihm aufgekommen waren, ließ er sich sofort testen. Auch, weil er zuletzt im Kroatien-Urlaub weilte. Und der Test war positiv.

Behörden konnten nicht erreicht werden

Der Akteur informierte den Herberner Landesliga-Trainer Benjamin Siegert am späten Freitagnachmittag. Der Coach versuchte gleich die Behörden zu informieren. Was ihm nicht gelang.

So kontaktierte er das Universitätsklinikum Münster (UKM), um zu erfahren, wie in solch einer Situation umzugehen sei. „Mir wurde gleich gesagt, dass alle Spieler, die mit dem Infizierten in Kontakt getreten sind, sich am Samstag von 8 bis 13 Uhr im UKM testen lassen können“, sagt Siegert. Innerhalb von 24 Stunden bekämen sie das Ergebnis.

Die Pressestelle der Staatskanzlei NRW erklärte erst vor wenigen Tagen auf eine Anfrage unserer Redaktion, dass bei einem Corona-Fall unter Fußballern eine Quarantäne für alle Spieler, die mit dem Infizierten in Kontakt waren, möglich wäre. Die Verantwortung dafür hätte aber das jeweilige Gesundheitsamt.

Siegert informierte am Freitag natürlich auch sofort den Vorstand und die Spieler des SV Herbern. Bis spätestens Montag möchte der Klub auch der Gemeinde Ascheberg und dem Gesundheitsamt mitgeteilt haben, dass es einen Corona-Fall im Klub gibt. Siegert erklärte später dann dem FC Mecklenbeck, dass der SV Herbern am Sonntag nicht zum Test antritt.

Verein hat sich an Hygienerichtlinien gehalten

„Ich habe all meinen Spielern geschrieben, dass sie ohne einen negativen Testbescheid in den kommenden 14 Tagen nicht zur Anlage des SV Herbern kommen dürfen“, erklärt Siegert. Er selbst muss sich nicht mehr testen lassen. Weil er in Spanien im Urlaub war, hatte er sich erst am Donnerstag überprüfen lassen – negativ.

Herberns Geschäftsführer Dominik Reher stellt klar, dass der Verein sich zu jeder Zeit an die vorgegebenen Hygienerichtlinien gehalten hat und es sei vollumfänglich nachzuverfolgen, wer mit dem Gastspieler zusammen trainiert hat. Das bestätigt auch Siegert. „Es wurde alles schriftlich festgehalten. Wir waren auch nicht zusammen in der Kabine. Das Training war ein Treffen im Freien. Deshalb hoffe ich natürlich, dass sich kein Spieler angesteckt hat“, sagt Siegert.

Für ihn war die Situation natürlich eine ganz neue – und eine stressige. „Mein Handy-Akku ist fast leer. Seit dem Zeitpunkt, an dem der Gastspieler sich bei mir gemeldet hat, habe ich nur noch telefoniert. Und es werden noch einige Telefonate hinzukommen“, sagt Siegert.

Für ihn ist es wichtig, dass alle vorgegeben Schritte bei einem Corona-Fall eingehalten wurden. Und er betont es noch einmal, dass seine Spieler die Testmöglichkeit am Samstag in Münster wahrnehmen sollten. „Ich sage es noch einmal, wenn ein Spieler nicht einen negativen Test vorlegt, muss er in den nächsten 14 Tagen nicht zum Platz kommen. Die Gesundheit ist das wichtigste Gut“, so Siegert.

Dieser Artikel wurde ursprünglich am 24. Juli 2020 veröffentlicht.

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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