Die Werner Sportvereine haben gegenüber der 2G-Regel unterschiedliche Meinungen. © dpa
Coronavirus

„Sehr unbefriedigender Zustand“ – Werner Vereine wegen 2G-Regel zwiegespalten

Das Land NRW berät über eine flächendeckende 2G-Regelung. Diese betrifft auch Werner Sportvereine. Die Meinungen zu weiteren Einschränkungen sind von Verein zu Verein unterschiedlich.

Die Corona-Lage in NRW verschärft sich weiterhin. Die Sieben-Tage-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen liegt am Donnerstag (10. November) bereits bei 154,3. Nachdem Sachsen und Berlin die 2G-Regelung bereits beschlossen haben, teilte nun auch NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst am Dienstag mit, dass das Land eine generell flächendeckende 2G-Regel prüfe.

Eine 2G-Regelung im Freizeitbereich, also Zugangsbeschränkungen für alle, die nicht geimpft oder genesen sind, bedeutet auch für die Sportvereine neue Herausforderungen. Wir haben die Klubs in Werne befragt, wie sie zu einer 2G-Regel stehen.

Harald Wohlfahrt, Vorsitzender bei Eintracht Werne
„Was die Kontrollen anbelangt, denke ich, dass die 2G-Regelung einfacher als die 3G-Regelung ist. Ich weiß trotzdem nicht, wie das insgesamt organisiert werden soll. Wir haben einen enormen Anstieg der Corona-Fälle bei den jüngeren Leuten. Das ist alles ein sehr unbefriedigender Zustand – auch wegen der Impfdurchbrüche. Die 2G-Regelung wird die Vereine meiner Meinung nach überfordern. Da sehe ich schwarz, aber es hilft ja nichts.“


Marvin Böhme, Trainer des SV Stockum
„Ich finde die 2G-Regelung gut. Jeder hat ein Impfangebot und sollte es meiner Meinung nach auch nutzen. Ich befürworte das also. Für uns ist das auch im Verein gut umzusetzen. Denn in der Mannschaft sind fast alle Spieler bis auf ein oder zwei Ausnahmen durchgeimpft.“


Jürgen Steffen, Vorsitzender des SV Herbern
„50.000 Neuinfektionen sind Grund genug. Dementsprechend begrüße ich die 2G-Regelung. Ob man das durchhält, wird man sehen. Man kann das aber einfach und gut kontrollieren. Wir haben den Westerwinkel-Lauf mit diesen Einschränkungen auch schon so durchgezogen. Und wir überlegen, ob wir das schon direkt am Sonntag genauso machen werden.“

Jürgen Zielonka, Vorsitzender des Stadtsportverbandes Werne
„Im Grunde spricht aus meiner persönlichen und der gesellschaftlichen Sicht nichts gegen eine 2G-Regelung. Die Gefahr durch ungeimpfte Personen ist wesentlich größer als umgekehrt, weil ein Test eben nur eine Momentaufnahme ist und es innerhalb einer Stunde schon wieder ganz anders aussehen kann. Deshalb halte ich die 2G-Regelung für die grundsätzlich bessere Variante. Für uns ist die Umsetzung auch gut machbar, weil man eine Prüfung weniger hat.“

Marvin Böhme und der SV Stockum wollen mit einem Sieg die SpVg Bönen überholen. © Johanna Wiening © Johanna Wiening
Jürgen Zielonka blickt als Vorsitzender des Stadtsportverbandes zuversichtlich auf die kommenden Wochen. © Helga Felgenträger © Helga Felgenträger

Oliver Grewe, Vorsitzender des Werner SC
„Es ist schade, wenn die 2G-Regelung nötig ist. Aber wenn sie als sinnvoll erachtet wird und notwendig ist, halten wir uns natürlich an die Vorgaben. Unsere Begeisterung über die Einschränkungen hält sich in Grenzen, die Sicherheit und Gesundheit von Spielern, Trainern und Zuschauern geht jedoch vor.“


Christoph Henke, Trainer der LippeBaskets

„Am Ende muss es zu 2G kommen. Ich denke auch, dass es irgendwann die Vorgabe vom Basketballverband geben wird. Es gab diesbezüglich ja auch schon eine Verschärfung, da der Test nicht geimpfter Spieler nur noch 24 Stunden gilt.“

Christoph Henke und die LippeBaskets wissen immernoch nicht, ob sie am 31. Oktober in die Saison starten. © Helga Felgenträger © Helga Felgenträger

Jan König, Coach der zweiten Mannschaft der LippeBaskets
„Ich würde 2G sehr begrüßen, dann hätte man da eine Sicherheit. Ich sehe auch kein Problem, dass technisch umzusetzen. Jeder, der einen Spielerpass hat, muss, wenn er spielen möchte, seinen Nachweis an den DBB (Deutschen Basketball Bund, Anm. d. Red.) schicken und wäre da gespeichert. Das ist absolut möglich. Bei uns ist die Mannschaft bereits komplett durchgeimpft und hätte damit auch kein Problem.“

Michael Thiveßen, Geschäftsführer der Handballabteilung des TV Werne
„Ich bin dafür, dass die Ligaspiele weitergeführt werden, aber unter anderen Voraussetzungen. Die Gesundheit geht da vor. Für die Kinder im Verein, die sich nicht impfen lassen können, könnte es wieder ins Online-Training gehen.“

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