Lars Müller und der Werner SC haben von der neuen Auslegung der 50-Prozent-Regel erfahren. © Johanna Wiening
Fußball

SV Herbern und Werner SC sind verwundert über die Auslegung der 50-Prozent-Regel

Es war von Anfang an klar kommuniziert: Mindestens 50 Prozent der Saison müssen gespielt sein, damit sie gewertet wird. Nun sorgt die Auslegung dieser Regel aber für Verwunderung.

Viele Vereine waren schon vor der Saison davon ausgegangen, dass in Zeiten der Corona-Pandemie höchstens 50 Prozent der Saison gespielt werden würden. Der Verband hat sofort deutlich gemacht: Ab 50 Prozent der absolvierten Spiele wird die Saison gewertet.

Nun wird diese Wertung aber anders ausgelegt als von den meisten Teams erwartet. Denn anstatt das jedes Team 50 Prozent der Spiele absolviert haben muss, reicht es, wenn 50 Prozent der Spiele insgesamt gespielt wurden. Wenn also der SV Herbern beispielsweise 20 Spiele absolviert hat, der Werner SC aber nur zehn, kann die Saison trotzdem mit der Quotientenregelung gewertet werden – eine Regelung, die allerdings nur in den überkreislichen Ligen gilt. Die Kreise können selbst entscheiden, wie sie die 50 Prozent auslegen.

„Im ersten Moment hört sich das schon komisch an. Ich wusste davon auch nichts“, gibt Benjamin Siegert, Trainer des Fußball-Landesligisten SV Herbern, ehrlich zu. „Ich habe das eigentlich so verstanden, dass wir die gesamte Hinserie gespielt haben müssen.“

Dennoch sieht Benjamin Siegert die Situation realistisch und weiß, wie schwierig die Entscheidung sein kann. „Ich möchte da nicht in der Haut der Entscheider stecken und sagen: Das ist richtig, das ist falsch. Wir müssen es jetzt einfach mal abwarten“, so Siegert.

Auch Lars Müller sieht die Situation insgesamt gelassen. „Ich gehe davon aus, dass die Unterschiede nicht so groß sein werden in der Anzahl der Spiele“, sagt er. Und wenn ein Team 17 und ein anderes Team 18 Spiele hat, ist es ja nicht so wild, dann kann man das auch mit der Quotientenregelung berechnen.“

Grundsätzlich ist Lars Müller gespannt, wie es weitergeht für ihn und sein Team. „Vielleicht starten wir ja im Januar“, mutmaßt er. „Dann könnte man festlegen, dass wir alle eine gespielte Hinrunde als Ziel haben. Da fehlen allen Mannschaft noch so zehn bis zwölf Spiele – das wäre ja absolut realistisch, dass das alle Mannschaften bis Ende Juni hinbekommen. Aber wir müssen mal schauen, wie realistisch das ist, dann schon wieder anzufangen. Das werden wir dann ja auch sehen.“

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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