Im Fußball sind die Europameister bekannt. Werne hat einen in einer Sportart, die wohl nicht viele kennen. © dpa (Symbolbild)
Europameister

Tom Kupczik: Wie der Werner in seiner Sportart vom Anfänger zum Europameister wurde

Werne hat einen Europameister, von dem wohl nur die wenigsten wissen. Dabei gehört Tom Kupczik in seiner Sportart zu Deutschlands Besten. Daher zieht er das regnerische London Mallorca vor.

Nicht viele Werner können von sich behaupten, dass sie Nationalspieler und sogar Europameister sind: Tom Kupczik schon. Er gewann 2017 den Titel mit Deutschland.

Kupczik spielt Softball. Das ist eine Sportart, die sich nur in kleinen Nuancen von Baseball unterscheidet. „Wer Baseball spielen kann, kann auch Softball spielen und andersrum“, sagt er, der in der Kölner Uni-Mannschaft der Sporthochschule UCE Travellers spielt.

Wie kam der Lehramts-Student für Sport und Geschichte zu dem in Deutschland ungewöhnlichen Sport? „Im Studium gab es ein Modul Rückschlagspiele. Die anderen Sportarten haben mich nicht gereizt, also habe ich Baseball gewählt. Danach bin ich öfter in die Baseball-AG gegangen.“

Über die AG landete der 27-Jährige in der Uni-Mannschaft. Im vergangenen Jahr gewann er die Uni-Meisterschaft mit den Travellers. Die Verteidigung des EM-Titels gelang ihm leider nicht. Im Finale unterlag Deutschland in Ungarn gegen England.

Kupczik verbesserte sich schnell im Softball

Den Reiz am Softball machen für Kupczik zwei Sachen aus. „Auf die Sportart bezogen macht das Schlagen am meisten Spaß. Es ist faszinierend, wenn man einen Ball trifft und der wegsegelt. Jeder hat früher mit einem Stock einen Stein weggeschlagen.“

Zudem reizt ihn die schnelle Verbesserung. „Das war für mich eine neue Sportart und ich habe schnell einen Fortschritt beobachtet. Ich wurde relativ schnell immer besser.“ Beim Handball, er spielt in Köln noch aus Spaß, habe er sein Leistungsmaximum längst erreicht.

Wie viele andere Sportarten musste Softball in diesem Jahr größtenteils ruhen. Die für dieses Jahr geplante Mixed-EM in Italien wurde aufs kommende Jahr verschoben. Dann sollen auch die Männer-EM, in Deutschland werde zwischen gemischten und reinen Geschlechter-Teams mangels aktiver Spieler verzichtet, und der Super-Cup stattfinden.

Allein auf die Sportart bezogen, habe Kupczik nicht ganz verstanden, warum auch Softball nicht mehr erlaubt wurde. „Wir haben keine körperliche Nähe und sind an der frischen Luft. Andererseits hätte ich nicht gerne gespielt, wenn andere nicht gedurft hätten.“

Im Handball hätte er sich mit seinem Team früher für einen Abbruch eingesetzt. Aktuell kann er sich nur durch Krafttraining fit halten. Ein paar Mitspieler würden zwar draußen auf Feldern zusammen werfen, aber Kupczik fehle das normale Training.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte er auch nicht wie im vergangenen Jahr nach London reisen. Dort spielte der Werner vier Mal bei den Green Sox. Der Kontakt zum Team entstand über Freunde, die auch öfter in England spielen.

Tom Kupczik spielt auch für die Green Sox in London Softball.
Tom Kupczik spielt auch für die Green Sox in London Softball. © Tom Kupczik © Tom Kupczik

Die Kosten für die Reise würde er gerne tragen. „Das ist Geld, dass ich gerne ausgebe. Dafür fliege ich nicht dreimal im Jahr nach Malle.“ Und einen Vorteil haben die England-Besuche auch. „Seit ich dort Softball spiele, hat sich mein Englisch deutlich verbessert.“

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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