Sami Schebab und Batis Fofana lieferten sich ein ungleiches Duell. © Johanna Wiening
Fußball

Trotz Krisensitzung: SV Stockum steht nach heftiger Derby-Klatsche gegen Eintracht Werne am Abgrund

Im Derby zwischen Eintracht Werne und Stockum entwickelt sich das Spiel zu einer klaren Angelegenheit für die Evenkämper. Nach der Partie wird deutlich, dass die Stockumer Probleme viel tiefer liegen.

Es waren durchaus Emotionen im Spiel, als Eintracht Werne und der SV Stockum im Derby aufeinander trafen. Am Ende siegten die Evenkämper auch in der Höhe verdient mit 9:0. Beim SV Stockum war das Spiel zweitrangig hinter den immer größer werdenden internen Problemen.

Nach der 0:9-Pleite aus Stockumer Sicht gegen Eintracht Werne fiel die Analyse zum Spiel denkbar bitter aus. Trainer Jürgen Welp spielte sogar bereits mit Rücktrittsgedanken, ließ sich aber von der Mannschaft überzeugen, vorerst weiterzumachen. „Wir haben keine Leute und kriegen keine Leute. So kriegst du immer wieder zehn Dinger und es macht einfach keinen Spaß“, war seine Analyse.

Viel falsch gelaufen war scheinbar auch schon in den vergangenen Wochen. Jürgen Welp machte deutlich, dass es wohl klare Abstimmungsprobleme zwischen erster und zweiter Mannschaft gegeben habe. Die Konsequenz: „Bei uns haben super viele Verletzte gespielt, ich hatte kaum Spieler auf der Bank. Das ist alles nicht glücklich“, so Welp.

Erst am Samstag hatte der SV Stockum eine Krisensitzung intern geführt – allerdings ohne richtiges Ergebnis. Es bleibt also abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt beim krisengeplagten SVS.

Bei den vielen Stockumer Problemen geriet die Partie schon fast in den Hintergrund. Dabei war sie aus Eintracht-Sich besonders schön anzuschauen: Von Beginn an ging es hauptsächlich auf das Stockumer Tor. Schon nach fünf Minuten war es Enes Akyüz, der den Torreigen eröffnete (5.). Nur vier Minuten später legte Kadir Kavakbasi nach – ein Auftakt nach Maß für die stark aufspielenden Evenkämper (9.).

Auch danach blieb die Eintracht die spielbestimmende Mannschaft, ließ Stockum aber dennoch immer wieder an die Luft kommen. So kamen der SVS durchaus in den Evenkämper Strafraum, konnte sich aber nie eine richtige Chance herausspielen und blieb ohne echte Torgefahr.

Stattdessen machte die Eintracht weiter mit dem Tore schießen: Abdullah Sahin spielte zum ersten Mal in dieser Saison nicht als Sechser, sondern wie gewohnt als Stürmer und traf prompt zum 3:0 (25.). Mit diesem Ergebnis ging es dann auch in die Pause.

Doch nach der Halbzeit legten die Evenkämper erst so richtig los. Dabei erhielten sie tatkräftige Unterstützung vom SV Stockum: Enes Akyüz verwandelte gleich drei Elfmeter (60., 65., 70.). Doch damit nicht genug: Auch Abdullah Sahin, Ibrahim Saadouni und Serkan Adas durften nochmal. So siegten die Evenkämper am Ende völlig verdient mit 9:0.

„Ich bin natürlich in allen Belangen zufrieden“, freute sich Aykut Kocabas nach der Partie. „In der ersten Hälfte waren wir noch nicht ganz so drin, dafür in der Zweiten umso mehr. Stockum war natürlich ein gebeutelter Gegner, aber wir haben es auch gut gemacht. Am wichtigsten war, dass alle Spaß hatten und sich niemand verletzt hat.“

Es sind also denkbar unterschiedliche Ausgangssituationen für die beiden Werner A-Ligisten in den kommenden Wochen.

Über die Autorin
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Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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