Sebastian Voigt spielte viele Jahre für die LippeBaskets. © Helga Felgenträger
Adventskalender

Türchen 18: Wie sich Sebastian Voigt seinen „Last Dance“ bei den LippeBaskets vorstellt

Seit über zwölf Jahren ist Sebastian Voigt Mitglied bei den LippeBaskets. In unserem Adventskalender erzählt er von besonderen Trainern, Erlebnissen und seinem „Last Dance“.

Advent, Advent, ein Spieler erzählt seine Geschichten: Jeden Tag bis Weihnachten steht in unserem Adventskalender ein Spieler im Fokus. Alle haben die gleichen fünf Fragen gestellt bekommen. Die Antworten gibt es als Interview oder in Textform. Heute an der Reihe: Sebastian Voigt von den LippeBaskets.

Sebastian Voigt spielt seit 2009 bei den LippeBaskets. Dort hat er einige Mannschaften durchlaufen – begonnen hat er in der U14. Mittlerweile hat er auch schon einige Mannschaften trainiert. Damit wird er wohl auch weitermachen, obwohl er seine aktive Karriere beendet hat.

Vom Wischer zum Leistungsträger – So könnte man die Basketballkarriere von Sebastian Voigt vielleicht beschreiben, doch hinter seiner steilen Karriere liegen viele schöne Momente. Voigt ist seit über 12 Jahren Mitglied bei den LippeBaskets Werne. Seit der U14 spielte der 24-Jährige ununterbrochen im Verein.

In diesem Jahr sah er sich aufgrund seiner körperlichen Verfassung dazu gezwungen, seine Sportkarriere beenden. Durch diverse Knie- und Hüftoperationen, mit denen er zu kämpfen hatte, entschied er sich, mit dem Basketball aufzuhören.

Voigt blickt auf seine Karriere zurück. Seine ersten Schritte machte er im Jahr 2009. Damals traf er auch auf einen Förderer, der sich zum Kindheitsidol entwickelte. „Damals gab es mit Trevor Wittwer einen Amerikaner in Werne, der sich mir angenommen hat. Ich bin damals durch Zufall zum Basketball gekommen und kannte wenige Leute. Er hat, trotz meiner Unerfahrenheit, irgendwie viel in mir gesehen.“

Durch ihn lernte Voigt auch, was für einen Stellenwert das Training im Sport hat. „Trevor hat mir immer gesagt, dass ich mich nur verbessern kann, wenn ich hart an mir arbeite und viel investiere. Deswegen gab es dann, parallel zum normalen Training, zwei bis dreimal die Woche Einzeltraining für mich mit Trevor“, berichtet Voigt. Der US-Amerikaner habe ihm gezeigt, was der Basketballsport ausmacht. In der Jugend hatte Voigt sein erstes Spiel.

„Mein erstes Spiel erlebte ich bei einem Turnier in Dortmund. Ich weiß nicht mehr, gegen wen das war. Allerdings sind die Erinnerungen noch gut, weil mir mein erstes Spiel, vom Feedback her, gezeigt hat, dass ich genau richtig in dieser Sportart bin“, erinnert er sich.

Voigt ist auch als Trainer unterwegs – heute in der U18, früher auch mal bei den Damen. © Helga Felgenträger © Helga Felgenträger

In seiner weiteren Laufbahn entwickelte sich Voigt in jedem Jahrgang zum absoluten Leistungsträger. Das hatte er auch vielen guten Trainern zu verdanken. Zu Beginn seiner Zeit im Verein engagierte sich Voigt als Wischer bei den Heimspielen der ersten Mannschaft. Es dauerte allerdings nicht lange, da wurde er vom Wischer zum Spieler der ersten Mannschaft befördert. Mit nur 16 Jahren trainierte er bereits unter Trainer Ivan Rosic in der ersten Mannschaft.

Von allen guten Trainern ist ihm einer besonders in Erinnerung geblieben: „Das war Toni Bevanda. Bei ihm war ich körperlich in meiner besten Verfassung. Er hat uns weiterhin beigebracht, wie wichtig es ist, im Basketball den Kopf mitzubenutzen und nicht nur auf Schienen zu laufen. Das bedeutet, dass Basketball mehr ist, als nur Systeme durchzuspielen. Quasi mit dem Einsatz von Spielintelligenz, effizient Basketball zu spielen.“

Voigt spielte auch gegen viele Importsspieler, die ihr Geld mit dem Basketballspielen in Deutschland verdient haben. Mit welchem Profi hätte er gerne mal zusammengespielt? „Das ist nicht einfach zu beantworten. Da ich Aufbauspieler war, wäre es interessant gewesen, mit Shaquille O´Neal zusammenzuspielen. Wenn der mir einen Block gestellt hätte, dann hätte der mir wahrscheinlich fünf Meter Platz gemacht. Außerdem hätte ich ihm jeden Ball zuwerfen können und er hätte ihn verarbeitet. Wenn ich verworfen hätte, dann hätte er wohl auch den Rebound geholt. Er war einfach ein Monster unter dem Brett.“

Zwölf Jahre LippeBaskets bringen auch viele schöne Erfahrungen mit sich. „Ich möchte allerdings nicht die ganze Karriere auf einen Moment beziehen. Für mich war jedes Heimspiel schön. Es war ein Prestige für mich, dass uns bei den Heimspielen die Stadt Werne, Freunde und meine Familie uns alle so unterstützt haben. Es war eine Ehre, vor so vielen liebgewonnenen Menschen zu spielen. Ich war immer stolz darauf, für die Stadt auflaufen zu dürfen und diese Freude mit allen Zuschauern zu teilen. Das war auch immer ein Grund dafür, warum wir bei jedem Spiel an unsere Grenzen gegangen sind. Es war für mich und ist es auch noch für die anderen, extrem wichtig, für die Zuschauer gut zu spielen. Spiele haben wir nämlich immer nur gemeinsam gewonnen. Das Team mit den Zuschauern“, sagte Voigt.

Der Aufbauspieler hofft darauf, dass er sich auch noch vernünftig vom Werner-Publikum verabschieden kann. „Das habe ich vor. Die Möglichkeit dazu muss sich natürlich noch ergeben. Noch einmal dieses tolle Erlebnis haben, in dieser Halle, die mich mein halbes Leben begleitet hat, vor den Zuschauern, die mich auch lange begleitet haben, zu spielen ist mein Ziel. Wenn wir es hinbekommen, dann ist jeder herzlich eingeladen.“ Eingeladen zum „Last Dance“ von Sebastian Voigt.

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