Das Spielgerät haben einige Lüner in der aktuell unterbrochenen Saison so häufig ins Tor geschossen, dass sie in verschiedenen Bestenlisten auftauchen. © Timo Janisch
Fußball

Urteil gefallen: Landesligist hat Klarheit nach umstrittener Spielwertung wegen Corona

Es war eine Entscheidung, die nicht überall auf Verständnis gestoßen war. Weil einem Klub zum Spiel wegen Corona nicht angetreten war, wurden ihnen die Punkte aberkannt. Jetzt wurde über den Einspruch entschieden.

Schon seit einigen Wochen gilt im Amateurfußball nun der Lockdown. Flächendeckend ruht in Nordrhein-Westfalen aktuell der Ball. Doch schon bevor niemand mehr spielen durfte, gab es im Kreis Unna-Hamm den ersten Lockdown – und damit auch die ersten Diskussionen.

Denn die IG Bönen wollte das Fußballverbot umgehen. Der Verein hätte am 11. Oktober zu Hause gegen Borussia Münster gespielt – und verlegte die Partie kurzerhand nach Rhynern, das nicht mehr zum Kreis Unna gehört. Borussia Münster wollte dennoch nicht antreten aufgrund der Gefahr des Coronavirus und der Tatsache, dass Rhynern zum Raum Hamm dazugehörte, welcher ebenfalls einen sehr hohen Inzidenzwert hatte. Die Punkte wurden deshalb der IG zugesprochen.

Schon kurz nach der Partie gab es seitens Borussia Münster große Kritik und schnell stand die Entscheidung: Der Verein wollte Einspruch einlegen. „Uns geht es überhaupt nicht darum, dass wir am Tisch die drei Punkte erstreiten“, erklärte Yannick Bauer, Trainer von Borussia Münster, damals die Entscheidung. „Wir wollen einfach nur den sportlichen Wettkampf und das Spiel spielen.“

Borussia Münster und IG Bönen tragen das Spiel neu aus

Und diese Gelegenheit bekommt Borussia Münster nun auch. Denn der FLVW hat über den Einspruch entschieden – und dem Ganzen stattgegeben. Das Spiel zwischen Borussia Münster und der IG Bönen wird neu angesetzt. Innerhalb der nächsten zehn Tage kann gegen das Urteil Einspruch eingelegt werden.

„Aus unserer Sicht ist das natürlich eine super Entscheidung“, freut sich Yannick Bauer nun. „Ich kann mir vorstellen, dass sie in Bönen mit der Entscheidung vielleicht nicht so glücklich sind, aber ich finde es schön, dass es jetzt sportlich gelöst wird.“

In Bönen ist die Freude über das Urteil nicht ganz so groß. Sportdirektor Hüseyin Kücük erklärt: „Wir hatten den Freitag vor dem Spiel erst erfahren, dass wir bei uns nicht spielen dürfen. Weil wir aber unbedingt wollten, haben wir nach Alternativen gesucht.“

Man habe auch bei Münster angefragt, ob man das Heimrecht tauschen könne. Als das aber nicht auf Gegenliebe stieß, fand man die Alternative Rhynern. „Wir haben da ziemlich viel Arbeit reingesteckt“, so Kücük. „Münster hätte also keine Angst haben müssen, hierher zu reisen.“

Deshalb gibt es in Bönen auch Unverständnis. „Andere Teams sind auch nach Hamm gefahren an dem Wochenende, um zu spielen. Das hätte Münster also auch machen können“, sagt Kücük.
Dennoch: Das Urteil will die IG Bönen nun so akzeptieren. „Es wurde nun so entschieden und damit müssen wir leben“, sagt der Sportliche Leiter. „Dann müssen wir die drei Punkte eben auf dem Platz holen – daran habe ich aber keinen Zweifel.“

Über die Autorin
Redakteurin
Geboren im Münsterland, aber schnell verliebt in den Ruhrpott. Mit dem Herzen vor allem beim Fußball, aber auch begeistert von vielen anderen Sportarten. Seit 2018 bei Lensingmedia, seit 2020 Sportredakteurin.
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Johanna Wiening

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