Die Jugend-Mannschaften des Werner SC bei der Gründung. Knieend in der ersten Reihe: Der damalige Werner Bürgermeister Meinhard Wichmann (l.) und Thomas Overmann. Als Spieler sind Chris Thannheiser, Jussef Saado, Daniel Durkalic und Marvin Stöver auf dem Bild. © Thomas Overmann
Fußball

Wie der Werner SC die Fußball-Landschaft veränderte

Thomas Overmann war bei der Gründung des Werner SC dabei. Er hatte ehrgeizige Ziele und resümiert die vergangenen 21 Jahre. Für eine Aktion nach der Fusion wurde er sogar vom DFB ausgezeichnet.

Am 7. Dezember wurde der Werner SC 21 Jahre alt. Einer, der von der Gründung an dabei war, ist Thomas Overmann. Der heutige Vorsitzende der Fußballabteilung des WSC war direkt an den Fusionsgesprächen des SSV Werne und der Sportfreunde Werne im Jahr 1999 beteiligt.

„Werne ist eine Stadt mit 30.000 Einwohnern. Die brauche einen Verein mit Identifikation zur Stadt. Das war der Grund für die Fusion“, sagt Overmann, der seit 1979 bis zur Fusion im Jugendbereich des SSV tätig war und für beide fusionierenden Vereine spielte.

„Es ging um die Sache. Da sollten alle ihre Vereinsbrille absetzen. Wir mussten eine Identifikation schaffen. Man sollte von den Mini-Kickern bis zu den Senioren in einem Verein spielen können. Junge Spieler wissen heute gar nicht mehr, wer die beiden Vereine waren.“

Das Problem sei damals gewesen, dass spätestens ab der C-Jugend die Kinder den Verein verlassen hätten, weil es nicht genug Mannschaften gegeben habe. „Jeder lacht sich kaputt, wenn ich das sage, aber ein Baum fängt unten an zu wachsen. Wir mussten eigene Leute ausbilden.“ Heute ist sich der 62-Jährige sicher: „Kein Werner steht in Herbern auf dem Platz.“

Vier aktuelle Spieler waren schon bei der Gründung im Verein

Overmann könne ganze Seiten damit füllen, wer in Werne gespielt habe. Er hob die aktuellen Spieler Zoran Martinovic und Nico Holtmann hervor, die beide höher gespielt haben und nach Werne zurückgekehrt sind. „Das sind Werner Jungs.“

Vier Spieler, die bei der Gründung schon in der Jugend des WSC waren, spielen jetzt in der ersten Mannschaft: Chris Thannheiser, Jussef Saado, Daniel Durkalic und Marvin Stöver.

Daniel Durkalic (links, großes Bild) auf einem Magazin über die Jugend des Werner SC, das Thomas Overmann jährlich erstellt hat.
Daniel Durkalic (links, großes Bild) auf einem Magazin über die Jugend des Werner SC, das Thomas Overmann jährlich erstellt hat. © Thomas Overmann © Thomas Overmann

Auch für den aktuellen Trainer findet er lobende Worte. „Nie hat einer beim WSC höher gespielt. Dass Lars Müller im vierten Jahr bei uns ist, ist nicht selbstverständlich.“ In der im kommenden Jahr neu gegründeten U23 gebe es nur Werner Spieler. Overmann wisse aber auch, dass man externe Spieler brauche. „Es geht nicht nur aus Wernern. Man braucht eine gesunde Mischung.“

Insgesamt zeigt sich der Vorsitzende zufrieden mit der Entwicklung des Werner SC. „Wir müssen dran denken, wo wir herkommen. Wir haben in der Kreisliga gespielt, jetzt Landesliga. Wer rastet, der rostet. Wir haben uns in der Tabelle immer verbessert.“

Overmann: „Die Infrastruktur ist etwas auf der Strecke geblieben“

Aber neben dem Platze habe nicht immer alles funktioniert. „Wir wollten sportlich den Fußball nach vorne bringen. Das ist uns gut gelungen. Die Infrastruktur ist etwas auf der Strecke geblieben, aber da wird jetzt ja auch was gemacht.“

Für ein Projekt, mit dem Overmann nach der Fusion die Identifikation der Jugendmannschaften mit dem neuen Verein stärken wollte, wurde er sogar vom DFB ausgezeichnet. „Alle sollten von der ersten Stunde an die gleichen Trikots haben. Das macht die Identifikation einfacher.“

Thomas Overmann (r.) bei der Aufnahme in den „Club 100“ mit dem ehemaligen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder (Mitte) und dem heutigen Kreisvorsitzenden Norbert Krevert.
Thomas Overmann (r.) bei der Aufnahme in den „Club 100“ mit dem ehemaligen DFB-Präsidenten Gerhard Mayer-Vorfelder (Mitte) und dem heutigen Kreisvorsitzenden Norbert Krevert. © Thomas Overmann © Thomas Overmann

Da der Verein sich die Sätze aber für die 21 Jugend-Mannschaften nicht leisten konnte, rief Overmann die sogenannten „Ball-Schecks“ ins Leben. Für 20 Euro konnten diese gekauft werden, um Geld für die Trikots zu spenden. Ausnahme: Eltern durften die nicht selbst kaufen.

Am Ende bekamen alle Kinder die gleichen, rot-blauen Trikots. „Das war hammer geil“, freut sich Overmann, der vom DFB dafür in den „Club 100“ für ehrenamtliche Vereinsmitglieder aufgenommen wurde.

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Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch

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