15 Jahre Hilfe für Burma: Ein Werner blickt zurück

Projekthilfe Südostasien

15 Jahre lang haben sich Jutta und Bruno Gimmel für das ferne Burma engagiert. Ende 2015 dann hat das Werner Ehepaar seinen Verein, die Projekthilfe Südostasien, aufgelöst. Warum es so kam, wie es nun weitergeht - und welches Fazit man aus all den Jahren ziehen kann? Ein Interview mit Vereinsgründer Bruno Gimmel.

WERNE

, 04.06.2016, 08:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
15 Jahre Hilfe für Burma: Ein Werner blickt zurück

Im Januar fährt Familie Gimmel wieder nach Burma, um die Kinderheime in der Nähe der Hauptstadt Ragun zu besuchen. Foto privat

Schon im Herbstbrief 2015 hatte das Ehepaar Jutta (71) und Bruno Gimmel (74) den Rückzug aus ihrer freiwilligen Tätigkeit mitgeteilt: Nach 15 Jahren lösten sie ihren Verein, die Projekthilfe Südostasien, zum Jahresende 2015 hin auf. Über die Gründe und wie es nun weitergeht, darüber sprachen wir mit Vereinsgründer Bruno Gimmel.

 

Herr Gimmel, wie geht es weiter? Fällt Ihnen der Abschied schwer?

Es ist nicht einfach, viele Spender haben uns geschrieben und bedauern die Auflösung. E-Mails und Briefe sind eingegangen. Aber wird sind noch nicht fertig.

 

Heißt das, es laufen noch Projekte?

Ja, unser letztes Projekt ist das neue Schulhaus mit fünf Klassenzimmern und einem Lehrerzimmer. Die Baukosten betragen laut Kostenvoranschlag 70.000 US-Dollar. Das können wir ohne die Unterstützung des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) abwickeln. Mit dem Bau wurde noch während unserer Anwesenheit im Februar begonnen.

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Wann rechnen Sie mit der Fertigstellung?

Es wird im Juni oder Juli fertig sein. Als wir vergangenes Jahr unseren Rückzug ankündigten, ist noch mal sehr viel Geld reingekommen. Die Spender haben noch mal aufgestockt. Somit können wir jetzt auch noch Möbel und sechs Computer kaufen.

 

Gehen denn weitere Spenden ein?

Es ist schwierig, denn die Spender fragen uns, wie sie weiterhin helfen können.

 

Mit ihrem letzten Jahresbrief kündigten Sie bereits an, dass Sie keine Nachfolge gefunden haben?

Ja. Aber inzwischen sind sehr viele Hilfsorganisationen, sogenannte Non-Government-Organisations (NGOs), in Burma tätig. Durch die politische Entwicklung und die Demokratisierung des Landes sind die Bedingungen einfacher geworden. Die Schulleiter müssen sich jetzt um Unterstützung kümmern. Als wir damals das erste Mal dort waren, durften wir nur eine Woche bleiben.

 

Wann sind Sie zum ersten Mal nach Burma gereist?

1988 - unter ganz beschwerlichen Bedingungen. Wir durften nur eine Woche bleiben. Bei unseren Urlaubsreise knüpften wir dann auch den Kontakt zu den Kinderheimen und stellten fest, wie schrecklich die Zustände dort waren. Das war 2000.

 

Wie viel Spendengelder haben Sie in den 15 Jahren eingenommen?

Es dürften eine Million Euro an Spendengeldern gewesen sein. Mit Unterstützung des BMZ in den vergangenen beiden Jahren konnten wir größere Projekte realisieren. Unter anderem ein zweigeschossiges Schulhaus für 150.000 Euro.

 

Wie lautet Ihr Fazit nach all den Jahren?

Ich hätte niemals gedacht, dass man als kleine Organisation in der Lage ist, soviel bewegen zu können. Mithilfe unserer Organisation haben Tausende von Kindern Lesen und Schreiben gelernt.

 

Mit dem Ende Ihrer Hilfstätigkeit geht nun auch eine Ära zu Ende, in der viel Zeit und Kraft steckt. Was machen Sie nun mit der frei werdenden Zeit?

Wir werden verreisen und weiterhin auch Burma und Vietnam aufsuchen.

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