6 Dinge, die sich im Stadtmuseum ändern sollen

Ideen und Entwicklungen

„Die Leute wollen sich wiederfinden in dem, was sie konsumieren“, sagte Museumsleiterin Dr. Constanze Döhrer am Donnerstagabend im Ausschuss für Bildung, Kultur und Sport. Nach diesem Prinzip will sie auch das Stadtmuseum verändern. Das sind ihre sechs Ideen für die Zukunft des Museums.

WERNE

, 18.11.2016, 14:39 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dem Werner Stadtmuseum stehen einige Veränderungen bevor.

Dem Werner Stadtmuseum stehen einige Veränderungen bevor.

1. Digitalisierung und ein Museum zum Mitmachen

In einem Interview sprach Museumsleiterin Constanze Döhrer im Oktober bereits von einem „Museum zum Mitmachen“. Ihre Idee: Die Leute sollen teilhaben an den Sonderausstellungen und an der Dauerausstellung – „damit sie lebendig bleibt“, so Döhrer.

Der Weg zur Teilhabe könne über die Digitalisierung des Museums führen. Seit etwas mehr als zwei Jahren haben Besucher die Möglichkeit, die Stadt Werne mit dem iPad zu erkunden. „Aber eben nur die Stadt und nicht das Museum“, sagte Döhrer auf Anfrage. Sie plane für die Zukunft, weitere mobile Endgeräte anzuschaffen. „Schulklassen könnten damit zum Beispiel eigene Videos für die Dauerausstellung drehen.“ 

Den ersten Schritt in Richtung Digitalisierung will Döhrer mit einer Sonderausstellung zum Thema „Lied“ anlässlich des Luther-Jahres machen. An Hörstationen sollen sich die Besucher verschiedene Lieder anhören können.

2. Neue Veranstaltungen und Ausstellungen

Neben der Dauerausstellung plant Döhrer ein bis zwei große Ausstellungen im Jahr. „Für die Lieder-Ausstellung möchte ich im Januar einen Aufruf starten. Die Leute können Geschichten zu ihren Lieblingsliedern einreichen“ – ob emotionale oder lustige sei dabei ganz egal.

Kleinformatige Angebote wie Kurzvorträge bei einer Tasse Tee sollen künftig mehr Laufpublikum ins Museum holen. „Die Angebote für Kinder sind schon sehr gut. Für Schüler der Sekundarstufe II gibt es aber noch nicht so viele.“ Das soll sich ändern.

Für Herbst 2017 plant Constanze Döhrer eine Ausstellung zum Thema Küche, Kochen und Ernährung. „Da werde ich aber schauen müssen, dass das nicht mit der Sanierung des Dachstuhls kollidiert.“

3. Umbaumaßnahmen und bewegliche Vitrinen

Wie berichtet, starten die Sanierungsarbeiten am Dachstuhl des Museums voraussichtlich im Sommer. Ein konkreter Termin steht laut Döhrer derzeit aber noch nicht fest. Zur geplanten Optik sagte die 34-Jährige gestern: „Eventuell arbeiten wir mit Stroh- und Lehmplatten, auf jeden Fall soll die Sanierung denkmalgerecht sein.“

Eine weitere Idee ist, neue Vitrinen anzuschaffen. „Am besten welche, die nicht so sackschwer sind wie die jetzigen und die man leicht hin- und herschieben kann“, so Döhrer. Sie könne sich außerdem vorstellen, die kleine Küche neben der Westfälischen Stube zu modernisieren, „damit wir noch mehr Vereine ins Museum locken“.

4. Die Westfälische Stube als Anlaufpunkt für Vereine

„Die Westfälische Stube wird schon sehr gut genutzt“, so Döhrer. „Hauptsächlich aber von Vereinen, die ohnehin in Kontakt mit dem Museum stehen – Kunstverein, Förderverein, Heimatverein, Freunde der historischen Altstadt. Aber ich glaube, da geht noch mehr.“

Auch andere Vereine, die in der guten Stube des Museums ihre Feierlichkeiten ausrichten wollen, könnten sich jederzeit im Museum melden. Das Ganze sei kostenlos, lediglich um die Verpflegung müssten sich die Vereine kümmern.

5. Netzwerken und Kooperationen mit anderen Museen

Über die Vereinsstruktur und die lokalen Akteure hinaus, will Constanze Döhrer den Kontakt zu anderen kulturellen Institutionen und Museen herstellen. Auch vor dem Hintergrund, gemeinsam über ein regionales Depot nachzudenken. „Viele kleine Museen können sich ein eigenes Depot nicht leisten“, so Döhrer. Einem Impuls des LWL, sich für eine größere Lagerungsstätte zusammenzuschließen, wolle Döhrer zum Beispiel mit den Museen in Herbern und Bergkamen nachgehen.

Das Netzwerk auszuweiten, sei eine der Hauptaufgaben für die Zukunft.

6. Veränderte Öffnungszeiten

Nicht ausgeweitet werden können und sollen die Öffnungszeiten des Stadtmuseums. „Das ist mit unserem Personal leider nicht möglich“, sagte Constanze Döhrer im Kulturausschuss. Die Öffnungszeiten am Sonntag allerdings werde sie ab nächstem Jahr nach hinten verschieben. Der Plan: Anstatt von 10 bis 13 Uhr hat das Museum dann von 12 bis 15 Uhr geöffnet. „Die meisten Leute kommen sowieso erst nach der Messe.“

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