A1: Wer ohne Unfall über die Autobahn 1 fahren will, sollte diesen Wochentag meiden

mlzA1 Unfall-Rätsel

Das Unfall-Rätsel auf dem Abschnitt der Autobahn 1 bei Werne ist nach wie vor nicht exakt zu lösen. Aber es gibt einen Wochentag, an dem dort besonders viele Unfälle passieren.

Werne

, 30.10.2019, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Jahren berichten wir über das Unfall-Rätsel auf der A1 Richtung Köln/Dortmund. Kurz vor der Abfahrt Hamm-Bergkamen (Werne-Süd) kommt es ungewöhnlich häufig zu Unfällen. Eine intensive Nachfrage bei der Polizei Dortmund, die für diesen A1-Abschnitt zuständig ist, bringt zumindest etwas Licht ins Dunkel.

Keine Auffälligkeiten beim A1-Verkehrsraum, aber....

Auf unsere Frage „Gibt es polizeilicherseits Erkenntnisse, warum es gerade auf diesem Stück vergleichsweise häufig zu Unfällen kommt?“ antwortet Sven Schönberg von der Polizeipressestelle Dortmund: „Der Streckenabschnitt auf der A1 zwischen den Anschlussstellen Hamm-Bockum Werne und Hamm Bergkamen in Fahrtrichtung Köln weist keinerlei Auffälligkeiten den Verkehrsraum betreffend auf.“

Soweit, so erstaunlich. Doch der nächste Satz lässt aufhorchen. „Das Verkehrsaufkommen ist jedoch gerade zu den Hauptunfallzeiten sehr hoch. In diesem Jahr ereigneten sich über 75% der Verkehrsunfälle der Kat 1-4 (Unfälle mit Verletzten und schweren Sachschäden) an einem Freitag.“

Freitags sei nicht nur die Verkehrsdichte besonders hoch, sondern die Verkehrsteilnehmer seien oft schon mit ihren Gedanken im Wochenende. Das mindere die an dieser dicht befahrenen Stelle erforderliche ständige Bremsbereitschaft, so dass es schneller zu Verkehrsunfällen kommt. Ein weiterer Punkt: „Die Verkehrsunfallursache ist bei mehr als der Hälfte der Verkehrsunfälle zudem ungenügender Sicherheitsabstand.“

Baustelle am Kamener Kreuz beeinflusst Unfall-Geschehen auf A1

Darüber hinaus beeinflussen die aktuellen Baustellen im Bereich Kamen Zentrum den Verkehrsfluss auf den Autobahnen rund um das Kamener Kreuz, so Polizeisprecher Schönberg.

Es gibt auch eine gute Unfall-Nachricht. Das im Juni 2018 eingeführte Tempolimit auf 130 sowie die durchgezogene Linie an der Auffahrt Werne-Süd hätten zu einem „deutlichen Rückgang der Unfälle“‘ geführt.

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Zu einer etwaigen weiteren Tempobegrenzung konnte Schönberg keine Aussage treffen, nur so viel: Die Autofahrer müssten ihr Fahrverhalten der aktuellen Verkehrssituation anpassen. „Bei hohem Verkehrsaufkommen muss demnach die Geschwindigkeit (auch bei erlaubten 130 km/h) reduziert und genügend Sicherheitsabstand eingehalten werden.“

Über diese Themen informiert die Polizei

Um solche Unfälle zu vermeiden, thematisiere die Polizei im Rahmen der Verkehrssicherheitsberatung auf Autobahnen folgende Themen:·

  • Ablenkung
  • Abstand/ Sicherheitsabstand
  • Geschwindigkeit
  • Sekundenschlaf/ Eignung von Fahrzeugführern
  • Lenk- und Ruhezeiten
  • Technische Ausstattung und Zustand von Fahrzeugen
  • Beeinträchtigung der Sicht

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Verhaltenshinweise und Tipps der Polizei:
  • Einhalten des Sicherheitsabstandes
  • Angepasste Geschwindigkeit (in Abhängigkeit von Witterung, Straßenzustand, Verkehrslage)
  • Beachtung von Warnhinweisen (Beschilderung, Wechselzeichenanlagen, Staumeldung in Radio und Navigationssystem)
  • Fokus auf den Straßenverkehr
  • Aufmerksamkeit (kein Mobiltelefon oder sonstige Ablenkung)
  • „Vorausschauendes Fahren“
  • Beobachtung des rückwärtigen Verkehrs
  • Nutzung (und wenn vorhanden auch eingeschaltet lassen) von Assistenzsystemen (Abstandsregelung, Notbremsassistent)
  • Ausreichend Pausen (privater Fahrzeugverkehr)
  • Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten (gewerblicher Personen- und Güterverkehr)
Verhalten bei Feststellung von stockendem, mit Schrittgeschwindigkeit fahrendem oder stillstehendem Verkehr:
  • Geschwindigkeit verringern
  • Sicherheitsabstand einhalten, ggf. vergrößern
  • Warnblinklicht einschalten
  • Rettungsgasse bilden
  • Zusätzlich den rückwärtigen Verkehr beobachten, um ggf. im Ernstfall angemessen reagieren zu können
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