Cornelia Krause-Hölscher wohnt eigentlich an einer anderen Straße. Ihr Garten liegt aber direkt an der Goerdelerstraße. Und dort auf dem Grünstreifen würde sich der Müll häufen - wenn die Anwohner nicht selbst tätig würden. © Carina Strauss
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Abfallprobleme in Werne – Anwohner stellen eigenen Mülleimer auf

Der Gehweg an der Goerdelerstraße wird von vielen Fußgängern genutzt - ob mit oder ohne Hund. Einige von ihnen hinterlassen dort ihren Müll. Anwohner wollen Abhilfe schaffen.

Der Grünstreifen an der Goerdelerstraße in Werne ist vermüllt. Konkret geht es Cornelia Krause-Hölscher um das Stück zwischen der Einmündung Bergstraße und der Dietrich-Bonhoeffer-Straße. „Viele Hundebesitzer führen ihre Hunde hier Gassi. Und die meisten sammeln die Hinterlassenschaften der Hunde auch ein. Es stellt sich nur die Frage: Wo sollen sie die Kotbeutel lassen?”, erklärt Krause-Hölscher, die selbst auch Hundebesitzerin ist, das Problem.

Hundetüten und Schnapsflaschen

Viele würden dann einfach den Hundekot samt Beutel am Grünstreifen liegen lassen. „Im Gegensatz zu den Hundehaufen verrotten die Tüten aber nicht.” Genauso wie eine ganze Reihe anderer Müll, der bei unserem Besuch vor Ort an dem Grünstreifen zu finden ist. Da liegen leere Schnapsflaschen, Plastiktüten und anderer Abfall. Und das, obwohl Krause-Hölscher erst einen Tag zuvor mit einem Eimer am Grünstreifen entlanggegangen ist und den groben Dreck eingesammelt hat.

Die Ausbeute von einmal Müll sammeln an der Goerdeler Straße: Schnapsflaschen, Plastikflaschen und viele Hundekotbeutel. © Carina Strauss © Carina Strauss

„Einmal im Jahr werden die Bäume geschnitten, dann wird auch der Grünstreifen mal sauber gemacht. Aber sonst?” Ihr Garten liegt direkt am Gehweg der Goerdelerstraße. Auch sie gehe dort regelmäßig mit dem Hund entlang. Doch wohin nun mit dem Hundekot, wenn man nicht gerade um die Ecke wohnt? „Die nächste Entsorgungsmöglichkeit ist in der Stadt. Da muss man den Hundemist dann erstmal zwei Kilometer mitschleppen.”

Eine Anfrage ihrerseits bei der Stadt, ob man an dem Grünstreifen nicht Papierkörbe aufstellen könnte, blieb bislang erfolglos. Auch nachdem sie angeboten hat, sich selbst um eine entsprechende Entsorgungsmöglichkeit zu kümmern, die dann nur noch geleert werden müsste.

Anwohner stellt eigenen Mülleimer auf

Auch ein anderer Nachbar hat sich des Abfallproblems angenommen. Burkhard Huisken hat kurzerhand einen eigenen Mülleimer gebastelt und mit einem Holzpflock aufgestellt. „Es gibt ein Problem und ich versuche es zu lösen”, so der Anwohner. Am Mittwoch, den 7. April 2021, hat er die Abfalltüte zuletzt gewechselt. Eine Woche später war der Eimer bereits gut gefüllt, vor allem mit Hundekotbeuteln, aber auch mit anderem Unrat.

Entsorgen muss Huisken das Ganze dann in seiner eigenen Mülltonne. „Ich muss schauen, wie es geht. Irgendwann ist meine Tonne auch voll.” Doch schließlich seien neben den Hundebesitzern auch alle anderen in der Verantwortung, die Grünanlage vom Unrat freizuhalten.

Der von Burkhard Huisken aufgestellte Mülleimer wird augenscheinlich gut angenommen. © Carina Strauß © Carina Strauß

Krause-Hölscher ergänzt: „Es wird immer gepriesen Umwelt, Umwelt, Umwelt. Und hier gibt es weit und breit keine Möglichkeit, um den Abfall zu entsorgen.” Sie wünscht sich wenigstens einen Mülleimer, um dem Problem auf dem Grünstreifen und dem Gehweg entgegenzuwirken.

Stadt: Thematik wird geprüft

Auf Anfrage der Redaktion verweist der Baubetriebshof der Stadt auf einen Antrag in der letzten Sitzung des Betriebsausschuss für den Kommunalbetrieb Werne. „In der letzten Sitzung BA-KBW hat die FDP-Fraktion einen Antrag zur Erstellung eines Konzeptes zur Müllbeseitigung im Stadtgebiet gestellt.”

Ziel dieses Antrages sei auch eine Aufarbeitung zu Standorten von Papierkörben im Stadtgebiet. Die Thematik zum Grünstreifen an der Goerdelerstraße werde im Rahmen dieses Antrages mit geprüft, „ein Ergebnis ist daher aber offen.”

Doch man will sich des Problems in diesem Bereich offenbar auch zeitnah aktiv annehmen. Es sei geplant, den Abfall im Bereich der Grünanlage durch Mitarbeiter des Baubetriebshofes zu entfernen. Stand Freitag (16.4.) sei eine solche Aktion für die kommende Woche geplant.

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