Im Video: Glücklicher Umstand macht Abriss maroder Brücke kostengünstig

mlzBahnbrücke wird abgerissen

Die Bahnbrücke am Heimannsweg ist nutzlos, marode und gefährlich. Um sie zu beseitigen, muss die Stadt Werne rund 75.000 Euro berappen. Aber es hätte noch viel teurer kommen können.

Werne

, 17.05.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In Höhe des Heimannsweges im Norden Wernes führen drei Brücken über die Bahnstrecke Münster-Dortmund. Die erste und die dritte sind in Ordnung. Die mittlere Brücke ist schon lange marode. Seit einigen Jahren ist sie wegen ihres gefährlichen Zustandes sogar für Radfahrer und Spaziergänger gesperrt. Jetzt hat die Stadt Werne sie für teuer Geld abreißen lassen.

Video
Abriss der maroden Bahnbrücke am Heimannsweg Werne

„Der Abriss hat ungefähr 150.000 Euro gekostet. Davon übernimmt die Bahn die Hälfte“, sagt Adrian Kersting, Tiefbauamtsleiter bei der Stadt Werne, auf Anfrage der Redaktion. „Aber es hätte noch deutlich teurer werden können“, sagt er. Doch ein glücklicher Umstand erspart der Stadt hohe Kosten.

Streckensperrung macht Brückendemontage kostengünstig

Der glückliche Umstand heißt: Streckensperrung zwischen Davensberg und Lünen. Momentan lässt die Bahn auf diesem Gleisabschnitt Schäden am Bahndamm reparieren. Dafür ist die Strecke rund um Werne komplett gesperrt. Diesen Umstand machte sich die Stadt zunutze.

„Wenn wir die Brücke im laufenden Bahn-Betrieb abgerissen hätten, wäre es deutlich teurer geworden“, sagt Kersting. Beispielsweise wären viel aufwendigere Sicherungmaßnahmen nötig gewesen. Genau könne er den Mehraufwand nicht beziffern. Kersting: „Aber wir sind froh, dass wir es jetzt während der Sperrung machen konnten.“ Die Brücke ist um 1922 gebaut worden.

Die Brücke über die Bahnlinie wurde kaum genutzt.

Die Brücke über die Bahnlinie wurde kaum genutzt. © Tiefbauamt Werne

Es gab zwei Gründe für den Fall der Brücke: Ausgangspunkt ist die geringe Nutzung-Frequenz des Bauwerkes. Kersting: „Das war immer eine Brücke, die lediglich zwei Wirtschaftswege verbunden hat. Sie hatte keine größere Bedeutung.“ Zweiter Grund: In den vergangenen Jahrzehnten haben sich mehr und mehr Schäden an diesem Objekt gezeigt, so dass es seit vielen Jahren schon gesperrt ist. Kersting: „Am Schluss haben wir sogar Erdhaufen dort hingekippt, um auch Fahrradfahrer von der Überquerung abzuhalten.“

Brücke in acht Teile geschnitten und abtransportiert

Anfang der Woche war es dann soweit. Die vorbereitenden Arbeiten dauerten von Montag, 11. Mai, bis Mittwochvormittag. Zwar mussten die Arbeiter sicherheitshalber Oberleitung und Gleis schützen, aber in einfacher Art und Weise. „Die Brücke wurde in acht Streifen geschnitten. Ein großer Kran hat dann die Teile herausgehoben und auf einen Sattelschlepper geladen“, erklärt Kersting das Procedere.

Die abschließenden Arbeiten beträfen nun noch die Demontage der Seitenteile der Brücke.

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