Ärger um parkende LKW

WERNE Grundsätzlich hat Heinrich Schreiner ja nichts gegen Lastwagen und ihre Fahrer, allerdings ärgert er sich in jüngster Zeit immer häufiger über die Brummis.

von Von Rudolf Zicke

, 03.01.2008, 07:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf jeden Fall dann, wenn sie auf dem Mehrzweckstreifen an der B54 im Bereich des Penny-Marktes parken. Denn, so Schreiner, Radler werden durch die "Dickschiffe" gezwungen, vom Mehrzweckstreifen auf die viel befahrene Lünener Straße auszuweichen. "Das ist verdammt gefährlich", klagt er.

Meist legal

Nach seinen Beobachtungen parken die Trucks am Rande der Hauptverkehrsstraße auch nicht nur ab und zu, sondern mehr oder weniger regelmäßig ab abends, an Wochenenden und über die Feiertage. Gleiches gelte für den Bereich zwischen dem Stadthaus und der Kreuzung B54/Penningrode. Heinrich Schreiner ist der Ansicht, dass die LKW dort nichts zu suchen haben und auf dem Parkplatz am Autohof besser aufgehoben wären.

Dass Lastwagen vermehrt auf bzw. an öffentlichen Straßen abgestellt werden, das hat auch Gisbert Bensch von der Abteilung Umwelt und Verkehr festgestellt. Seine Erklärung: "Viele Unternehmer scheuen die Erweiterung ihres Betriebsgeländes. Da geben sie lieber ihren Fahrern den LKW nach Hause mit." Und da kaum jemand einen 20- oder 40-Tonner vor der eigenen Haustür haben möchte, werden die LKW auf öffentlichem Verkehrsraum geparkt. "Das ist in der Regel völlig legal", erklärt Bensch, Lastwagenfahrer seien genauso Verkehrsteilnehmer wie PKW-Fahrer.

Allerdings hat die Toleranz auch Grenzen. Wenn, wie offensichtlich am Penny-Markt, andere Verkehrsteilnehmer gefährdet würden, dann schreite die Stadt auch ein. "Wir müssen allerdings darüber informiert werden", appelliert er an die Bürger, sich in solchen Fällen zu melden.

Toleranz hat Grenzen

Genauso wenig erlaubt sei es, wenn die Menschen in einem Wohngebiet durch einen LKW belästigt würden. "Es kann natürlich nicht sein, dass ein Fahrer morgens um 4 Uhr den Motor anwirft, den eine Viertelstunde laufen lässt, bis die Bremsen genügend Druck haben, und die Nachbar aus den Betten fallen", nennt Gisbert Bensch ein Beispiel.

Solche Fälle habe es bereits gegeben. Dann habe es meistens gereicht, den Fahrer abzupassen und mit ihm zu reden. Oder wenn das nicht geklappt hat, genügt auch ein Brief an der Windschutzscheibe mit der Bitte, auf die Anwohner Rücksicht zu nehmen und sich einen anderen Parkplatz zu suchen.

Einen unproblematischen Parkplatz finden die Trucker meist in den Gewerbegebieten. So werden im Wahrbrink, aber auch am Fürstenhof immer häufiger Lastwagen abgestellt. Von dem Vorschlag Heinrich Schreiners, die Lastwagen auf dem Autohof abzustellen, können die sich Fahrer kaum anfreunden: Erstens ist das Gelände weit entfernt von den in Werne wohnenden Fahrern, zum anderen ist das Parken dort gebührenpflichtig.

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