„Die Lage ist eher suboptimal“: Doch kein Ärztehaus auf der Wiese neben dem Krankenhaus?

mlzNeuer Geschäftsführer skeptisch

Neben dem Krankenhaus in Werne sollte lange ein Ärztehaus entstehen. Der neue Geschäftsführer des Klinikums steht dem Projekt eher skeptisch gegenüber. War’s das?

Werne

, 27.02.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Da, wo auch heute nur Rasen ist, sah Michael Goldt schon die ersten Umrisse des geplanten Ärztehauses. Es war lange das Herzensprojekt des ehemaligen Krankenhaus-Geschäftsführers: „Wenn ich träumen darf, feiern wir Mitte 2018 Eröffnung“, hatte Goldt 2015 in einem Interview mit unserer Redaktion gesagt.

Aus Mitte 2018 wurde nichts. Vielmehr stellt sich die Frage, ob es nach der Kündigung von Michael Goldt und dem Wechsel in der Geschäftsführung des Katholischen Klinikums Lünen/Werne überhaupt noch etwas wird mit dem Prestigeprojekt.

Neuer Krankenhaus-Geschäftsführer ist skeptisch

Clemens Galuschka, neuer Geschäftsführer des Klinikums, ist skeptisch: „Die Lage ist eher suboptimal“, sagte er am Dienstag (26. Februar) auf Anfrage unserer Redaktion. „Ohne Auto kommt man da ja fast nicht hin.“

Dass sich genug Fachärzte finden für das Ärztezentrum „Am See“, glaube er aktuell nicht. Sollte er sich irren, wolle man dem Projekt aber auch nicht im Wege stehen. „Das muss sich halt rechnen“, sagt er – ganz nüchtern, ganz anders als sein Vorgänger. Galuschka träumt wohl nicht von der Eröffnungsfeier.

Bauverein versichert: Interessenten soll es geben

Geplant war in der Vergangenheit ein Haus mit mehreren Facharztpraxen direkt neben dem 1974 errichteten Krankenhaus. Und Interessenten soll es tatsächlich geben, versicherte am Dienstag Andreas Zaremba, Geschäftsführer des Bauvereins zu Lünen.

Der Bauverein aus der Nachbarstadt ist als Investor von Anfang an mit im Boot: „Das Ziel ist schon, das Projekt zu entwickeln“, sagt Zaremba. Die bisherigen Entwicklungskosten sollen schließlich nicht umsonst gewesen sein. „Wir sind nach wie vor dabei. Und die Pläne sind ja auch da.“

Speziell in Werne wolle man noch mal nachhaken bei den einzelnen Fachärzten. Für etwa die Hälfte der geplanten Praxen gäbe es Bedarf – „aber die andere Hälfte fehlt halt noch“, sagt Andreas Zaremba. „Ich glaube, so etwas braucht Zeit.“

Ähnliche Projekte bereits in Lünen realisiert

Rund 700 Quadratmeter rechnet er pro Etage, insgesamt vier sollen es werden. Pro Etage zwei oder drei Praxen. Im Gegensatz zu Clemens Galuschka bemängelt Zaremba die Lage nicht: „Wir sind heute alle so mobil. Und ein Parkplatz direkt neben dem Ärztehaus würde die Suche erleichtern. Anders als in der Innenstadt.“

Der Bauverein, der ähnliche Projekte bereits in Lünen realisiert hat, sei in enger Abstimmung mit dem Krankenhaus. „Letztendlich sind wir aber autark“, sagt Zaremba. Bei ausreichender Nachfrage „bauen wir auch“. Gleiches gilt umgekehrt: ohne Interessenten kein Neubau.

Noch kein Vertrag unterschrieben

Ähnlich äußerte sich am Dienstag auch Uwe Schenk, Geschäftsführer der Stiftung St.-Christophorus-Krankenhaus Werne, die Eigentümerin des Geländes ist. „Die Pläne liegen nicht in der Tonne, aber ohne Interessenten wird der Bauverein zu Lünen das Projekt nicht umsetzen.“

Man wird noch träumen dürfen auf der grünen Krankenhauswiese. Unterschrieben ist bislang aber kein einziger Vertrag.

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