Alle gemeinsam, keiner einsam sagt Weihnachtsfeier ab: „Es tut uns wirklich leid“

mlzInterview mit Martin Pausch

Die Weihnachtsfeier „Alle gemeinsam, keiner einsam“ hat 2019 die Marke von 100 Teilnehmern geknackt. Nun haben die Veranstalter die Aktion absagen müssen. Ein Interview mit Martin Pausch.

Werne

, 11.11.2020, 08:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es wäre das sechste Jahr in Folge gewesen für die Veranstaltung „Alle gemeinsam, keiner einsam“, die die Werner Martin Pausch und Rebecca Gutzat jedes Jahr für Menschen veranstalten, die Weihnachten sonst alleine feiern würden. Noch Mitte September war Pausch zuversichtlich und erklärte, dass die Feier stattfinden werde - mit den entsprechenden Coronarichtlinien. Doch nun haben die Veranstalter die Reißleine gezogen.

Herr Pausch, nun gibt es doch kein Weihnachtsfeier von „Alle gemeinsam, keiner einsam“, wie kommt’s?

Wir haben natürlich die ganze Zeit die Zahlen im Auge und schauen uns das an. Die Zahlen können bis dahin runter gehen, aber was ist, wenn da was passiert? Und die Spätfolgen, das ist natürlich alles abzuwägen.

Sind denn vor allem Ältere bei der Veranstaltung?

Das ist bunt gemischt. Der jüngste Teilnehmer ist 3 Jahre alt, der älteste 78 Jahre.

Wann kam für Sie der Moment, in dem Sie gesagt haben: Es geht einfach nicht?

Die Menschen haben Hoffnung, dass das stattfindet. Und jetzt haben die Menschen noch genug Zeit, um was anderes zu planen. Wir beobachten die Lage die ganze Zeit und sind seit Juni am Planen mit dem Party-Service Klimecki. Die müssen ja auch das Personal planen. Das kommt ja alles dazu.

Wie weit waren die Planungen bisher denn schon fortgeschritten?

Was noch ausstand, waren die Geschenke und die Kleinigkeiten. Soweit war schon alles fertig. Mit dem Bürgermeister hatten wir natürlich die Nutzung der Mensa des Anne-Frank-Gymnasiums besprochen. Da wollten wir unter Schutzmaßnahmen feiern. Letztes Jahr waren wir das erste Mal über hundert. Im Juwel ist da die Sicherheit nicht mehr gegeben, deswegen mussten wir umziehen. Wir haben auch schon mit verschiedenen Firmen gesprochen, die jedes Jahr mitarbeiten. Das Essen war schon sicher, das haben wir jetzt abbestellt.

Was hätte denn auf dem Weihnachtsmenü gestanden?

Suppe, Gemüse, Kroketten, gemischte Fleischsorten, auch ohne Schwein. Alles gemischt, wir haben ja auch muslimische Freunde dabei. Da machen wir dann immer zwei Gerichte.

Und wie hätte das Programm ausgesehen?

Der Weihnachtsmann wäre wieder gekommen, ein kleiner Chor aus Dortmund mit Weihnachtsliedern, dem mussten wir auch absagen. Ansonsten die klassischen Programmpunkte: Spiele, Geschichten erzählen, das wäre wieder gewesen, aber das geht nicht.

Wie viele hatten sich schon für die Weihnachtsfeier angemeldet? Sie sagten ja, die Nachfrage sei schon Mitte September groß gewesen.

75 Leute hatte Rebekka [Gutzat, Anm. d. Red.] schon auf ihrer Liste stehen. Das geht erst Ende November richtig los. Wir hätten so mit 150 Leuten gerechnet in diesem Jahr. Es tut uns wirklich leid, dass wir es nicht machen können, aber die Pandemie ist nun mal da und wir hoffen, dass wir uns nächstes Jahr alle gesund wiedersehen und dass alle gesund bleiben.

Was kann man tun, wenn man trotzdem helfen will?

Wir haben genug Spenden für dieses und nächstes Jahr zusammen, da muss man keine Angst haben, dass das nächstes Jahr ausfällt. Jetzt müssen wir noch schauen, dass wir die Geschenke bekommen. Wie viele das werden, kann man noch nicht absehen.

Gibt es denn eine corona-konforme Alternative zur Weihnachtsfeier?

Einen Plan B gibt es (lacht), aber da können wir noch nicht zu sagen, das ist noch nicht aussagekräftig genug, als dass wir darüber sprechen können, aber es wird auf jeden Fall schön. Zum Plan B kann man Anfang Dezember was richtig Genaues sagen, da müssen wir noch mit der Polizei sprechen, es wird was Kleineres und Größeres.

Also jetzt kleiner oder größer?

Kleiner und größer (lacht).

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