Als das Vordach demontiert war, lebte das Gebäude wieder auf

mlzZehnmal Werne

Fachwerk, Gotik, Romanik: In Wernes Gebäudelandschaft haben sich viele klassische Baustile verewigt. Doch es gibt auch Bauhaus und anderen Zeitgeist. Keine Denkmäler, aber schützenswert.

Werne

, 12.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Viele historische Gebäude in Werne stehen unter Denkmalschutz. Doch Petra Göbel, bei der Stadt Werne für den Denkmalschutz zuständig, schaut auch auf andere Häuser. Und ein genauer Blick darauf zeigt, was Petra Göbel meint, wenn sie sagt, dass man dafür sorgen müsse, dass die Gebäude ihre Gesichter wieder frei bekämen.

Nach der Renovierung und der Entfernung von Vordächern haben Passanten auf der Bonenstraße nun einen freien Blick auf die Ornamente, die die Fassade des Hauses 33 zieren.

Nach der Renovierung und der Entfernung von Vordächern haben Passanten auf der Bonenstraße nun einen freien Blick auf die Ornamente, die die Fassade des Hauses 33 zieren. © Stefanie Tatenhorst

Bonenstraße 33

Dass bauliche Veränderungen so manches Kleinod wieder zum Vorschein bringen können, zeigt das Haus 33 an der Bonenstraße. Es ist eins von Petra Göbels Lieblingsbeispielen, wenn es um den Erhalt von Bausubstanz geht. „Das ist da wirklich sehr, sehr gut gelungen“, lobt die Fachfrau. Dabei steht das Haus nicht unter Denkmalschutz. „Es hat nur erhaltenswerte Bausubstanz.“

Mit dem Einzug einer Frauenarztpraxis in das Gebäude wurde das Vordach entfernt - und lässt so einen Blick auf die Hausfassade zu, wie sie nach damaligem Zeitgeist ursprünglich einmal gewesen war. Ornamente zieren Teile der Fassade und geben ihr so Charakter.

Mit seiner eigentümlichen Bauweise im Bauhaus-Stil ist das einstige Haus Schulze Bisping an der Ecke Steinstraße/Magdalenenstraße ein Hingucker.

Mit seiner eigentümlichen Bauweise im Bauhaus-Stil ist das einstige Haus Schulze Bisping an der Ecke Steinstraße/Magdalenenstraße ein Hingucker. © Stephanie Tatenhorst


Steinstraße 14 – Schulze Bisping

Was die besonderen Bauwerke Wernes auszeichnet, ist ihre Vielfältigkeit. Alle haben einen ganz unterschiedlichen Charme, einen völlig eigenen Charakter und vor allem immer wieder eine andere Architektur. Bestes Beispiel dafür ist der Bau der ehemaligen Bäckerei Schulze Bisping an der Ecke Steinstraße/Magdalenenstraße: Es wurde im berühmt-berüchtigten Bauhaus-Stil erbaut.

Dass sich die Architekten einst dafür entschieden, gefiel nicht allen Wernern - und bis heute wirkt das Haus so auch immer ein wenig trotzig. Rechtwinklige Formen wechseln sich mit Rundungen ab. Einst wirkten einzig die Fensternischen, die in einer Flucht standen, harmonisch, doch wurde durch Umbaumaßnahmen immer wieder verändert.

Das Bauhaus-typische Flachdach bliebt jedoch. Und Passanten können hier noch etwas sehen: ein Art-Deco-Fenster. Darin gestaltete der Kölner Künstler Ludwig Preckel eine stilisierte Mosellandschaft.

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