Als Liu Dingkang zu Konstantin wurde

Austauschschüler aus China

Er lebt in einer Zwölf-Millionen-Metropole: in Shenzhen, Volksrepublik China, an der Grenze zu Hongkong. Jetzt ist er in Werne, der beschaulichen westfälischen Kleinstadt und stellt sich vor mit dem Satz: "Hallo, ich bin Konstantin." Dabei hat der 17-Jährige eigentlich einen anderen Namen.

WERNE

, 16.05.2015, 08:03 Uhr / Lesedauer: 1 min
Als Liu Dingkang zu Konstantin wurde

Der 17-Jährige Dingkang aus China lebt ein Jahr lang in Werne. Hier nennen ihn alle Konstantin - weil das einfacher ist.

Schon wenn der 17-Jährige seinen richtigen Namen sagt, fangen die kulturellen Unterschiede an: Liu Dingkang, aber Liu ist der Familienname. In China macht man das andersherum.

Woran er sich sonst in Deutschland gewöhnen musste? „Alles“, lacht der Schüler: „Wirklich alles!“ Das Essen, die Leute, der Umgang miteinander – alles sei anders als in seiner Heimat.

Dingkang wurde in China zu Konstantin

Den Spitznamen Konstantin hatte der 17-Jährige schon in China bekommen – von einem deutschen Austauschschüler, der dort zu Besuch war. In Werne angekommen hat er sich dann einfach direkt überall so vorgestellt: „Ist einfacher“, erklärt er.

Damals im vergangenen Sommer sei der Start am Anne-Frank-Gymnasium ganz ohne Deutschkenntnisse ziemlich schwierig gewesen, gibt er zu: „Ich konnte bei den Witzen nicht mitlachen und die deutschen Schüler waren sehr zurückhaltend.“

In zwei kurzen Videos stellt sich Konstantin vor

Zunächst auf Chinesisch, dann auf Deutsch.

 

Dingkang kommt aus China und ist als Austauschschüler in Werne. Hier stellt er sich vor.

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Video am 13. Mai 2015 um 8:35 Uhr

 

Dingkang kommt aus China und ist als Austauschschüler in Werne. Hier stellt er sich vor.

Ein von Ruhr Nachrichten (@rnlive) gepostetes Video am 13. Mai 2015 um 8:40 Uhr

 

Der Weg von Nudelsuppe zur Bratwurst

Also besuchte er Sprachkurse und redete auch mit seiner Gastfamilie nur noch Deutsch. Und auch an das traditionelle Essen habe er sich gewöhnt. Brot zum Frühstück und zum Abendessen kannte er nicht – da gibt es in China Reis oder Nudelsuppe. Jetzt ist Konstantins Leibspeise typisch deutsch: Bratwurst.

Wenn Konstantin in zwei Monaten wieder nach Shenzhen zurückkehrt, wird er wieder zu Dingkang. Mit seiner Rückkehr wird er die Schule beenden.

Dann steht die Zukunftsplanung an: „Ich würde gerne in den USA studieren“ sagt er. Das Fach wisse er noch nicht. Doch sicher ist für ihn: „Deutschland ist so cool. Ich komme bestimmt wieder.“

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