Amoklauf wird an Werner Schulen thematisiert

WERNE Der Amoklauf von Winnenden war am Donnerstag auch Thema an den weiterführenden Schulen in Werne. Neben der Diskussion über den Notfallplan gab es bei den Schülern großen Redebedarf. Zudem stellte sich die Frage nach einem Warnsystem.

von Von Daniel Claeßen

, 13.03.2009, 07:11 Uhr / Lesedauer: 2 min

Im Unterricht wurde der Amoklauf ebenfalls thematisiert - genau wie auch im Anne-Frank-Gymnasium gleich gegenüber. "Dort, wo es möglich war, haben wir den Fall angesprochen", so Schulleiter Lambert Stecher. Auch intern sei über Maßnahmen zum Schutz der Schüler diskutiert worden. "Hierzu gibt es Überlegungen gemeinsam mit der Polizei, wie man zum Beispiel durch verschlüsselte Durchsagen die Schüler warnen kann." Der Rektor der Albertville-Realschule hatte auf diese Weise seine Kollegen über den Amoklauf informiert.Ordner für den Notfall

Für einen solchen Ernstfall existiert zudem seit 2007 an allen NRW-Schulen ein Notfallplan. Dieser orangefarbene Ordner steht auch im Lehrerzimmer der Hauptschule am Windmühlenberg. "Nur leider sind wir technisch nicht in der Lage, ihn umzusetzen", bedauert Schulleiter Hubertus Steiner.

Das Problem seien die zwei Standorte: "Die können wir nicht gleichzeitig warnen. Außerdem haben wir keine Lautsprecheranlage." Aufgrund der Personalsituation könne im Fürstenhof ohnehin niemand die Lage koordinieren. "Wenn der Hausmeister ab Viertel nach elf weg ist, gibt es keine Kontaktperson mehr." Deshalb wurde das Thema im Zuge der aktuellen Geschehnisse noch einmal mit der Polizei besprochen. "Es ist sichergestellt, dass zumindest die notdürftigsten Anforderungen erfüllt werden", so Steiner. Das Problem werde sich erledigt haben, wenn die Standortfrage und damit die Zukunft der Hauptschule endgültig geklärt sei.Notfallplan erneut auf der Tagesordnung

Vor einem ähnlichen Problem steht auch die Leiterin der Konrad-Adenauer-Realschule, Ursula Jahn-Gilles: "Wir haben keine Lautsprecheranlage, mit der wir einen Code für Lehrer und Schüler durchgeben könnten." Die Klingel-Anlage gebe es darüber hinaus nicht her, ein spezielles Signal zu senden. "Das geht fast allen Schulen in Werne so. Der Verwaltung ist das Problem bekannt."

Als Konsequenz des Amoklaufs in Baden-Württemberg wird die Schulleiterin den Notfallplan erneut auf die Tagesordnung der nächsten Schulkonferenz setzen: "Es soll nochmal ins Bewusstsein der Kollegen gerufen werden, inwieweit wir die Vorgaben erfüllen." Die Seiten lägen jedoch auch permanent im Lehrerzimmer aus.Schulen verfügen über keine Psychologen

Alle Schulleiter unterstreichen, dass die Nachbehandlung solcher Ereignisse nicht zu kurz kommen dürfe. "Psychologischer Beistand ist enorm wichtig", weiß Hubertus Steiner. Jedoch verfügt keine Schule über einen Psychologen.

"Schön wäre das", kommentiert Ursula Jahn-Gilles. "Es gibt jedoch nur drei Schulpsychologen für den ganzen Kreis Unna." Nicht nur in ihren Augen zu wenig, um wirksame Betreuung zu gewährleisten.

 

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