Angeklagte steckte in finanziellen Schwierigkeiten

Mordfall Elsbeth B.

Das war ein schwerer Auftritt. Als Monika D. am Freitag von den Wachtmeistern in den Gerichtssaal geführt wurde, war sie völlig in sich zusammen gesunken. Der Grund: In der vergangenen Woche hat sich der Todestag der Werner Hofbesitzerin Elsbeth B. zum ersten Mal gejährt.

WERNE/DORTMUND

von Von Jörn Hartwich

, 21.10.2011, 15:25 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es war der 18. Oktober 2010, als Elsbeth B. in einem ihrer Pferdeställe sterben musste. „Ich habe ein unbezahlbares Menschenleben geraubt“, hatte die 26-Jährige später in einem Brief an die Richter geschrieben. Das Motiv für die unfassbare Tat ist noch immer rätselhaft. Die Richter haben inzwischen damit begonnen, den finanziellen Hintergrund der Angeklagten zu durchleuchten. Am Freitag war dazu ein Mitarbeiter der Sparkasse Werne im Zeugenstand. Er hatte die Auswertung der Konten übernommen, auch die der Eltern.Fakt ist: Die Eltern der Angeklagten waren zur Tatzeit in Schwierigkeiten. Das Finanzamt forderte Geld (zu Unrecht, wie sich später herausstellte), Monika D. war offenbar ebenfalls so gut wie mittellos. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie deshalb im Internet Pferdesättel anbot, die sie gar nicht besaß. Dabei soll es sich um teure Exemplare aus der Kollektion von Dressurreiterin Isabell Werth gehandelt haben. Das Geld floss auf das Konto ihrer Eltern. „Sie wollte ihnen helfen“, sagten die Anwälte am Freitag. Der Prozess wird im November fortgesetzt. Die Anklage lautet auf Mord aus Habgier.

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