Angler retteten Reh aus dem Kanal in Werne

Spätabends in Stockum

Ein ruhiger Abend entwicklete sich zu einer außergewöhnlichen Rettungsaktion für ein Reh. Am Kanalufer nahe der Tibaumbrücke im Ortsteil Stockum hatten einige Werner ihren Angeln ausgeworfen. Doch was Vincent Kirchhoff stattdessen aus dem Wasser ziehen musste, hatte mit Fischen nicht viel zu tun.

WERNE

24.04.2016, 18:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Vincent Kirchhoff (l.) und Thorsten Birke kümmerten sich um das Reh, nachdem sie es in Werne-Stockum aus dem Kanal gezogen hatten.

Vincent Kirchhoff (l.) und Thorsten Birke kümmerten sich um das Reh, nachdem sie es in Werne-Stockum aus dem Kanal gezogen hatten.

„Gegen 22 Uhr hörten wir am Freitagabend ein ungewöhnliches Geräusch im Wasser“, berichtet Patrick Beyer, der ebenfalls anwesend war. „Beim Ableuchten der Wasseroberfläche entdeckten wir ein Reh, das verzweifelt versuchte, aus dem Kanal zu kommen.“ Doch in diesem Abschnitt gab es nur hohe Stahlwände, das Reh steckte somit in einer tödlichen Falle.

Schnell ergriff Vincent Kirchhoff die Initiative und begab sich zu Fuß auf die andere Kanalseite, während seine Kollegen das Reh nicht aus den Augen ließen. „Es schwamm weiter an der Wand entlang, sodass auch andere Angler auf das Tier aufmerksam wurden“, beschreibt Patrick Beyer.

Das Reh wehrte sich und riss einen Angler mit ins Wasser

Vincent Kirchhoff kletterte eine der Treppen hinunter und bekam das Tier tatsächlich zu packen. „Jedoch unterschätzte er die Größe und Gewicht des Rehs“, erzählt sein Freund. „Es wehrte sich und riss ihn schließlich mit ins Wasser.“

Kirchhoff ließ jedoch nicht von dem Tier ab. Beyer und ein weiterer Angler halfen schließlich mit Hilfe eines herbeigeholten Abschleppseils, das unterkühlte Reh aus dem Wasser zu ziehen. „Völlig erschöpft und zitternd lag es nun auf dem Gras“, so Beyer.

Nach einer Stunde kam das Reh wieder zu Kräften

Thorsten Birke war ebenfalls Teil der Gruppe und ist eigentlich Jäger. Jetzt wickelte er jedoch das Reh in eine Decke, um es warmzuhalten. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal ein Reh auf diese Weise rette“, erzählt er.

Nach etwa einer Stunde kam das Tier wieder zu Kräften und konnte in den anliegenden Wald entlassen werden. „Großen Dank gebührt den Helfern, insbesondere Vincent Kirchhoff, der diese selbstlose Rettungstat leitete“, sagt Patrick Beyer über diesen denkwürdigen Abend.

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