Anwohner in Varnhövel bangen um ihre Zufahrt

Privatstraße gesperrt

Der Anfang einer kleinen Straße in der Werner Bauernschaft Varnhövel ist im Privatbesitz. Nun hat der Eigentümer das Befahren durch Lkw untersagt – und die Nachbarn gehen auf die Barrikaden. Nicht nur die Müllabfuhr hat jetzt ein Problem. Die Anwohner befürchten, demnächst gar nicht mehr mit dem Auto zu ihren Grundstücken zu kommen.

Werne

, 14.12.2017, 17:26 Uhr / Lesedauer: 2 min
Um die Zufahrten zu den hinteren Grundstücken der Straße Im Nierfeld in Varnhövel gibt es Ärger.

Um die Zufahrten zu den hinteren Grundstücken der Straße Im Nierfeld in Varnhövel gibt es Ärger. © Jörg Heckenkamp

Ein kleines, etwa 200 Meter langes Stück Straße im Privatbesitz sorgte Mittwochabend im Werner Stadtrat für große Aufregung. Unter dem Punkt „Einwohnerfragestunde“ meldeten sich Anwohner der Straße Im Nierfeld zu Wort. Sie haben Angst, demnächst nicht mehr mit dem Auto zu ihren Grundstücken zu kommen. Schon jetzt untersagt ein Schild die Durchfahrt von Fahrzeugen über vier Tonnen Achslast. Hedwig Berger im Namen von acht Anliegern: „Trecker, Müllabfuhr oder Anlieferungen mit Lkw – wie soll das funktionieren?“

Hubert Heckenkamp und seiner Familie gehören 200 Meter Straße Im Nierfeld, von der Einmündung Am Romberg aus.

Hubert Heckenkamp und seiner Familie gehören 200 Meter Straße Im Nierfeld, von der Einmündung Am Romberg aus. © StepMap

„Über den unteren Teil der Straße Im Nierfeld. Die müsste man als Lkw-Zufahrt herrichten“, entgegnet Hubert Heckenkamp auf Anfrage. Doch der untere, östliche Teil der Straße ist nur ein Feldweg, für Laster nicht zu befahren. Schon gar nicht, wenn es mal regnet. Auf fast 500 Metern fehlt am unteren Ende jeglicher Asphalt. Hubert Heckenkamps Familie gehören die besagten 200 Meter Straße am oberen, westlichen Ende, von der Einmündung Am Romberg aus. Das Vertrackte: Die dahinter liegenden Anlieger, acht an der Zahl, haben im Grundbuch kein Wegerecht eingetragen. Es fehlt also die offizielle Berechtigung, die im privaten Besitz befindliche Straße nutzen zu dürfen.

Die Anwohner machten in der Ratssitzung die Verwaltung dafür verantwortlich: „Die Stadt hat damals bei der Baugenehmigung vergessen, auf das Wegerecht zu achten.“

„Keine öffentliche Aufgabe“


Das wollte Bürgermeister Lothar Christ so nicht stehen lassen: „Die Erschließung ist grundsätzlich keine öffentliche Aufgabe.“ Es gebe keine Ansprüche gegen die Stadt. Er sprach zugleich von einer „ganz problematischen Situation“, die nicht einfach zu lösen sei: „Ich fordere, dass die Anwohner die Zufahrt wie bisher nutzen können.“ Die Stadt wolle den Anwohnern helfen zu beweisen, „dass diese Straße immer eine öffentliche Straße“ war. Er hoffe dabei auf eine friedliche Lösung.

Hubert Heckenkamp hat seine Straße inzwischen teilweise gesperrt, „weil sie eigentlich nur ein asphaltierter Feldweg ist und für das Befahren durch schwere Trecker oder Lkw nicht geeignet ist.“ Genau dieser Schwerlastverkehr habe in der Vergangenheit zugenommen. Ein Verbotsschild, das er aufgestellt habe, sei von den Nachbarn aber bislang ignoriert worden.

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