Auf Zeitreise durch die WM-Geschichte

Parodien zum Reinhören

Es ist eine Zeitreise durch die WM-Geschichte gewesen. Urkomisch haben Stimmenimitator Jörg Hammerschmidt und Ruhr-Nachrichten-Chefredakteur Hermann Beckfeld ihre Erlebnisse zu den legendärsten Fußballspielen im Werner Kolpingsaal präsentiert. Ganz persönlich.

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, 12.06.2014, 15:47 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hautnah beschreibt Moderator Beckfeld, wie Franz Beckenbauer 1990 in Rom gedankenversunken über den Rasen schritt. Und Hammerschmidt hatte die passende Stimme dabei: Im Stile des Kaisers mimt er den Teamchef. Augen zu. Ja, da muss Franz Beckenbauer reden. Doch Augen auf lohnt auch: Denn Hammerschmidt spielt nicht nur mit bayerischen Akzenten, Sprachfehlern und Betonungen, er ist auch ein Mimik-Meister, bei dem sich genaues Hingucken lohnt. Seine Körpersprache verrät, dass er sich in seine Rollen hineinversetzt. Peter Maffay kniet mit Sonnenbrille vor dem Mikrofon, Udo Lindenberg lehnt den Oberkörper zurück, die Lippen ragen nach vorne.

Der aus Berlin stammende Parodist ist ein Phänomen. Er trifft Angela Merkel gekonnt: Die Raute der zusammengelegten Hände ist da, die drei Knöpfe auf dem umgedrehten Frack sind es auch – und die hängenden Mundwinkel.  Nicht die Kanzlerin, sondern Antje war es, die ihn in der Schule anlächelte, wenn er Franz Josef Strauß mimte. Hammerschmidt erzählt, wie er sein mit seinem Talent als Klassenclown begann, Geld zu verdienen. So schweifen beide in ihren Gesprächen auch immer wieder vom eigentlichen Thema WM ab. Aber irgendwie kann jeder Fernsehstar, der sich nachmachen lässt, etwas über Fußball erzählen.

Hammerschmidts Repertoire an Promis ist so breit wie Reiner Calmund, der sich auf die südamerikanischen Speisen im WM-Gastgeberland freut. Und Oli Kahn erstickt fast an seinen eigenen „Ähms“. Nur an einen traut sich Hammerschmidt nicht ran: Herbert Zimmermann, WM-Reporter vom Finale von Bern. Zu groß sei der Respekt. Der Zusammenschnitt aus Bern wird eingespielt. Ein Gänsehautmoment. 

Seine besten Witze sind knallhart. Bettina Wulff ist eine Wanderhure und Uli Hoeneß soll die Häftlingsmannschaft seiner JVA in die Bundesliga führen – das zieht beim Publikum. Schmerzlos gelingt der Übergang von der Weltpolitik zur Lokalpolitik: Als Tenor Luciano Pavarotti siegt er "O sole mio" und schlägt den Bogen zum Tarifstreit des Werner Solebads.

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