Zweiter Augenarzt für Werne - eine unendliche Geschichte mit schlechtem Ausgang

mlzKommentar Klare Kante

Augenarzt Mouhanad Al-Ani (35) hat angekündigt, die von Dr. Linden hinterlassene Augenarzt-Lücke in Werne füllen zu wollen. Doch das klappt nicht. Er selbst ist nicht schuldlos.

Werne

, 20.06.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man erinnert sich: Als Dr. Linden ankündigte, im Sommer 2018 seine Augenarzt-Praxis an der Bahnhofstraße schließen zu wollen, machte sich Sorge bei Brillenträgern und Co. breit. Damit bliebe in Werne nur noch Dr. Honé als einziger Augenarzt übrig.

Schon bei zwei Praxen gab es längere Wartelisten für Termine. Wie sollte das nur bei lediglich einem Ophthalmologen werden? Zumal von der Kassenärztlichen Vereinigung keine Hilfe zu erwarten war. Denn die Region, also der Kreis Unna, sei mit Augenärzten gut versorgt. Müsse man halt nach Bergkamen oder Lünen ausweichen.

Ankündigung eines 2. Arztes schien wie ein kleines Wunder

Viele ältere und nicht so mobile Werner waren nicht gerade glücklich mit diesen Aussichten. Da erschien es wie ein kleines Wunder, als sich Ende April 2019 die Nachricht herumsprach, dass sich ein zweiter Augenarzt in Werne niederlassen wolle: Mouhanad Al-Ani, bisher in einer Praxis in Ahlen tätig.

Der 35-Jährige kündigte vollmundig an, in wenigen Monaten eine ehemalige Autowerkstatt im Gewerbepark Nordlippe in eine moderne Praxis umwandeln zu wollen. Inklusive Operations-Bereich. Im Gespräch mit dieser Redaktion versicherte Al-Ani Ende April: „Wir sind bereits mit den Umbauten angefangen.“ Das stimmte nicht, wie sich jetzt herausstellt. Der Mietvertrag war nicht einmal unterschrieben.

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In einem langen Gespräch mit der Redaktion am Dienstag, 18. Juni 2019, wälzte Al-Ani die Schuld für das Scheitern des Projektes auf den Vermieter und den Innenarchitekten ab. Letzterer fiel aus allen Wolken, als wir ihn mit den Vorwürfen seines Auftraggebers in spe konfrontierte.

Innenarchitekt vermutet Streit ums liebe Geld

Der Innenarchitekt, seit rund vier Jahrzehnten im Geschäft und Spezialist in Sachen Einrichtung von Arztpraxen, hat einen anderen Verdacht. Das liebe Geld, das offenbar für Verdruss zwischen Arzt und Vermieter sorgt.

Ich habe selbst mit Mouhanad Al-Ani gesprochen. Er scheint mit ein „Ankündigungs-Weltmeister“ zu sein, der seinen vollmundigen Worten wenig Taten folgen lässt.

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Was höchst bedauerlich ist, denn unsere Stadt kann nun wirklich einen zweiten, fähigen Augenkundler gut gebrauchen. Aber ich vermute, dass Al-Anis erneute Aussage, nun im Zentrums Wernes bis 1. September eine eigene Praxis aufmachen zu wollen, auch nicht tragfähig ist. Wie sollte in gut zwei Monaten eine komplette Arztpraxis entstehen, wenn nicht einmal eine passende Immobilie vorhanden ist?

Aus Sicht der Patienten ist das alles verwirrend und ärgerlich.

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