Protest hat Erfolg - Ausbau der Bonenstraße endgültig verschoben

Fußgängerzone Werne

Zwei Wirte hatten sich im Mai öffentlich gegen den für Sommer geplanten Ausbau der Bonenstraße gewehrt. Am Mittwochabend folgte die Mehrheit des Stadtrates ihren Argumenten.

Werne

, 18.06.2020, 09:24 Uhr / Lesedauer: 2 min
Erfolgreicher Protest: Die Wirte Salvatore Pisanelli von der Tapas Bar Mediterraneo (r.) und Toni Macculi von der Pizzeria La Strada plädierten schon im Mai für eine Verschiebung der Bauarbeiten. Dem stimmte jetzt der Stadtrat zu.

Erfolgreicher Protest: Die Wirte Salvatore Pisanelli von der Tapas Bar Mediterraneo (r.) und Toni Macculi von der Pizzeria La Strada plädierten schon im Mai für eine Verschiebung der Bauarbeiten. Dem stimmte jetzt der Stadtrat zu. © Jörg Heckenkamp (A)

Anfang Mai machten die Wirte Salvatore Pisanelli von der Tapas Bar Mediterraneo und Toni Macculi von der Pizzeria La Strada ihrem Ärger über die Baustelle vor ihrer Haustür an der Bonenstraße Luft. Nach längerer öffentlicher Diskussion über das Für und Wider entschied der Stadtrat am Mittwochabend mit der Mehrheit der Stimmen, den eigentlich über den Sommer geplanten Ausbau zu verschieben. Er soll nun im Oktober 2020 starten.

Die Volksvertreter machten es sich am Mittwochabend im Saal des Kolpinghauses, wo der Rat wegen der Corona-Abstandsregeln tagte, nicht leicht und diskutierten ausführlich und sachlich. Claudia Lange (FDP) brachte das Dilemma auf den Punkt: „Wie man‘s macht, man macht‘s verkehrt.“ Der Satz wurde in der Debatte mehrmals zitiert.

Die einen wollen verschieben, die anderen schnell bauen

Der Satz ist richtig, glaubt man den Ausführungen von Bürgermeister Lothar Christ. Auf der einen Seite stünden die corona-geplagten Gastronomen, die ihr Sommer-Freiluft-Geschäft durch eine große Baustelle vor ihrer Haustür in Gefahr sehen. „Auf der anderen Seite bin ich von Hausbesitzern der Bonenstraße angesprochen worden, dass wir die Baustelle so schnell wie möglich abschließen sollen“, sagte Christ.

Denn Bagger sind bereits seit April in diesem Teil der Werner Fußgängerzone aktiv. Es handelt sich um vorbereitende Arbeiten der Versorger, die neue Hausanschlüsse verlegen. Ursprünglich war geplant, im Anschluss daran die eigentlichen Kanal- und dann die Straßenarbeiten anzugehen.

Die Leitungsarbeiten durch die Energieversorger bildeten den Auftakt für den dritten Teil der Stadtsanierung in der Bonenstraße. Die ist nun auf Oktober 2020 verschoben.

Die Leitungsarbeiten durch die Energieversorger bildeten den Auftakt für den dritten Teil der Stadtsanierung in der Bonenstraße. Die ist nun auf Oktober 2020 verschoben. © Jörg Heckenkamp (A)

Die Ausschreibungen dafür sind längst raus. Und das ist das größte Handicap für eine Verlegung. „Laut Vergabeordnung können wir diese Ausschreibung nicht einfach um ein halbes Jahr verschieben“, erläuterte Christ. „Der Rat muss die Ausschreibung zurücknehmen und wir müssen noch mal von vorne anfangen.“

Auf die Frage, ob es dann nicht teurer werden könnte oder sich überhaupt genug Anbieter für eine erneute Ausschreibung finden, gab‘s keine klare Antwort. Tiefbauamtsleiter Adrian Kersting meinte auf eine entsprechende Rückfrage, dass eine Firma auf jeden Fall erneut anbieten würde, bei einer zweiten sei es wahrscheinlich.

CDU und SPD stimmen für die Verschiebung

Mit 26 Stimmen von CDU und SPD bei 11 Nein-Stimmen/Enthaltungen stimmte der Stadtrat schließlich für eine Aufhebung der Ausschreibung für das rund 550.000 Euro teure Vorhaben. Ab Oktober sollen dann zunächst die etwa dreimonatigen Kanal-, dann die dreimonatigen Straßenarbeiten starten.

Die neue Bonenstraße könnte dann rechtzeitig zum Frühjahr 2020 fertig sein - es sei denn, ein strenger Winter macht den Arbeitern einen Strich durch die Rechnung.

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