Ausdrucksstarke Darbietung von Violine und Klavier

Rathauskonzert

WERNE Beim Konzert der Musikfreunde am Donnerstag waren Mirijam Contzen (Violine) und Cora Irsen (Klavier) zu Gast. Ihr Programm umfasste Werke des 19./20. Jahrhunderts. Die Künstlerinnen eröffneten den Abend mit der Serenade für Violine und Klavier in A-Dur von Alexander von Zemlinsky.

von Von Dr. Hans-Joachim Wensing

, 30.10.2009, 13:40 Uhr / Lesedauer: 1 min
Mirijam Contzen spielte am Donnerstagabend vor großem Publikum.

Mirijam Contzen spielte am Donnerstagabend vor großem Publikum.

Zemlinsky war der Lehrer Arnold Schönbergs und ein Freund Alban Bergs. Anders als dieser Bezug vermuten ließe, ist sein Werk in der klassisch-romantischen Klangwelt verortet und tonal ausgerichtet. Zwar wendet sich Zemlinsky auf der Suche nach neuen Kompositionsformen der vermeintlich freieren Serenade zu.

Anklänge an die alte Sonatenstruktur sind allerdings deutlich wahrnehmbar. Contzen und Irsen musizierten das Werk mit Verve und Ausdrucksstärke. Obwohl nur 10 Jahre jünger als Zemlinsky, versetzte Béla Bartóks (1881-1945) anschließende 2. Sonate für Violine und Klavier die Zuhörer in eine vollkommen neue Welt. Sowohl die traditionelle Tonalität als auch die Formensprache ist weitgehend aufgelöst. Fokussiert wird dafür die Kraft der unmittelbaren musikalischen Expressivität, die von den beiden Musikerinnen souverän vermittelt wurde.

Es entstand ein Klanggewebe im Wechselspiel von drängender Motorik, sanfter Linienführung und weicher Tongebung bis das Werk in einem ätherisch-hohen Violin-Flageolett verklang. Johannes Brahms´ (1833-1897) Sonate für Klavier und Violine Nr. 3 in d-Moll bildete den Abschluss des offiziellen Programms. Wie schon die Titelgebung mit Voranstellung des Klaviers nahe legt, ist in diesem Werk das Piano der Violine keineswegs nachgeordnet. Contzen und Irsen agierten als kongeniale Duopartnerinnen.

Es entstand eine höchst virtuose Musik von starker Eindringlichkeit und Tiefe.

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