Ausschuss: Glasbild der Steintorschule wird gerettet

Verwaltung hat entschieden

Das monumentale Christophorusfenster soll nicht im Bauschutt untergehen, wenn im kommenden Jahr das Gebäude der Steintorschule abgerissen wird. Das hat der zuständige Ausschuss der Stadt Werne entschieden. Das große Glasbild solle am besten im neuen Solebad eingebaut werden.

WERNE

, 22.09.2014, 13:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
St. Christophorus, der Schutzheilige der Autofahrer, grüßt noch vom großen Glasbild der Steintorschule, die abgerissen werden soll. Für das Kunstwerk zeichnet sich jetzt jedoch eine Lösung ab.

St. Christophorus, der Schutzheilige der Autofahrer, grüßt noch vom großen Glasbild der Steintorschule, die abgerissen werden soll. Für das Kunstwerk zeichnet sich jetzt jedoch eine Lösung ab.

Jetzt lesen

Jetzt lesen

Wie viel Mehrkosten bei einem Einbau im Solebad zu erwarten wären, kann Frank Adamietz, Leiter des Kommunalbetriebs Werne, noch nicht beziffern. Er habe die Architekten auch noch nicht über den Vorschlag der Politik informiert, sagte er. 

FOTOSTRECKE
Bildergalerie

Das sind die bunten Fenster in der Steintorschule

Für die einen ist es nur ein buntes Fenster. Für Dr. Annette Jansen-Winkeln "ein Stück Heimat, Identität und Kulturgeschichte". Die Leiterin der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts rät zum Ausbau des Kunstwerkes im Treppenhaus der Steintorschule, bevor die Abrissbagger anrollen.
30.01.2014
/
Ein Stück Heimat und Kulturgeschichte könnte im Schutt verschwinden: Wenn die Steintorschule abgerissen wird, wären auch die großen, bunten Fenster im Treppenhaus verloren. Großflächig sind zum Beispiel ein Landarbeiter und ein Bergmann zu sehen. Wieviele der Schüler, die täglich durch dieses Treppenhaus gingen, eine solche Laufbahn eingeschlagen haben, ist ungewiss.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
St. Christophorus, der Schutzheilige der Autofahrer, steht passenderweise in der Nähe der viel befahrenen Steintorkreuzung. Das gleiche Motiv hatten die Glasfenster der Realschule. Sie sind ausgebaut worden und lagern jetzt im Keller der Rettungswache. Für die Fenster der Steintorschule gibt es jedoch noch keine Lösung.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Unter Denkmalschutz stehen weder das Gebäude der Steintorschule, noch die Buntglas-Fenster. Dr. Annette Jansen-Winkeln, Leiterin der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts, rät zum Ausbau des Kunstwerkes, bevor die Abrissbagger die alte Schule dem Erdboden gleich machen.© Foto: RN-Archiv
Hier hat sich der Urheber verewigt: Jakob Heinrich Evers hat das Glasbild 1959 gemalt. Ein weiteres Werk ist das Relief des Taufbrunnens in der Kirche Maria Frieden. Außerdem hat er unter anderem das klassische Sim-Jü-Werbeprospekt geschaffen, das die Kirmes weithin bekannt gemacht hat.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Von Evers sind bei der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jahrhunderts jedoch nur Arbeiten in Dortmund-Marten (St. Laurentius), Elsohe-Cobbenrode (St. Nikolaus) und Hamm-Heessen (St. Stephanus) verzeichnet. Die Werke in seiner Heimatstadt sind dort nicht zu finden, sollen jedoch in die Liste aufgenommen werden, so Leiterin Dr. Annette Jansen-Winkeln.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
In der ehmaligen Traditionsgaststätte Büllhoff haben sich ehemalige Schüler bei Klassentreffen gerne versammelt. Auf sie war ihr Blick jeden Morgen gefallen, wenn sie durchs Treppenhaus gingen und durch die bunten Fenster schauten - so wie jetzt.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Selbst an grauen Wintertagen sieht der Verkehr auf der Steintorkreuzung bunt aus.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Die bunte Sonne strahlt bis zum Kreisverkehr Kurt-Schumacher-Straße / Steinstraße.© Foto: Sylvia Lüttich-Gür
Schlagworte

Den Neu- und Umbau des Bades hat die Stadt mit 14,73 Millionen Euro veranschlagt. Schon jetzt steht fest, dass mit Mehrkosten von 265.000 Euro zu rechnen sei – dafür, dass das Hallenbad während der Bauphase bis etwa fünf Monate vor Fertigstellung geöffnet bleiben kann.  

  Wenn das Steintorfenster zu groß sei fürs Bad, „haben wir ja auch noch das bereits eingelagerte Christophorusfenster aus der Realschule“, fügte Michael Zurhorst (CDU) hinzu. Das hat auch Heinrich Evers aus Werne (1901-1979) angefertigt.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt