„Jetzt red ich“: Ausstellung zeigt Wertevorstellungen von Werner Jugendlichen

Jugend-Projekt

Zugewanderte und deutsche Jugendliche äußerten sich zu Fragen nach Heimat, Geschlecht und Sexualität. Die Ergebnisse stellt nun das Stadthaus in Bild und Text aus.

Werne

, 24.01.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Von links: Monika Franzmann (Jugendhilfe), Maik Rolefs (Jugendamt), Liane Jäger (Schulverwaltung) und Dagmar Reuter (Stadtjugendpflegerin) sind mit der Gestaltung der Ausstellung „Jetzt red ich“ zufrieden.

Von links: Monika Franzmann (Jugendhilfe), Maik Rolefs (Jugendamt), Liane Jäger (Schulverwaltung) und Dagmar Reuter (Stadtjugendpflegerin) sind mit der Gestaltung der Ausstellung „Jetzt red ich“ zufrieden. © Julian Reimann

Aus dem Projekt mit dem sperrigen Namen „Wertevermittlung und Prävention sexualisierter Gewalt bei Jugendlichen“, gefördert vom Land NRW, haben Jugendamt und Jugendhilfe eine Kunstausstellung entwickelt. Zwischen dem 1. Februar und dem 1. März präsentiert das Stadthaus die Ergebnisse des Projektes.

„Wir freuen uns, dass wir das Projekt so künstlerisch aufbereiten konnten“, zeigt sich Jugendamtsleiter Maik Rolefs zufrieden mit der Gestaltung. „Mit dieser Art der Umsetzung des Projektes haben wir ein Alleinstellungsmerkmal in Nordrhein-Westfalen.“

Anonymisierte Präsentation der Projekt-Ergebnisse

Auf den Antrag im Sommer des vergangenen Jahres folgten Monate der Vorbereitung und der Umsetzung. Die Idee der Organisatoren war es, zugewanderte und deutsche Jugendliche aus Werne zu interviewen, zu filmen und zu fotografieren. Insgesamt 18.000 Euro kamen hierfür als Zuschuss vom Land.

Dabei sollten sie ihre Wertevorstellungen zu Themen wie Heimat, Familie, Religion, Politik, Geschlecht und Sexualität offen vorstellen. „Damit die Kinder und Jugendlichen auch frei ihre Meinung äußern, haben wir von vornherein gesagt, dass wir die abschließende Präsentation des Projektes anonym halten“, so Rolefs weiter.

Zwar sind die Jugendlichen auf Fotos im Stadthaus zu sehen. Die Aussagen aus den Interviews, die die Ausstellung „Jetzt red ich“ komplettieren, bleiben hingegen anonym und getrennt von den Bildern.

Interviews und Fotografien an den Wunschorten der Teilnehmer

Für die Umsetzung des Projektes konnte das Jugendamt den Schauspieler Ludger Burmann sowie den Berliner Fotografen William Veder gewinnen. Burmann interviewte die insgesamt 28 Jugendlichen von 10 bis 18 Jahren, darunter 14 mit einem Migrationshintergrund, an ihrem Wunschort.

Das konnte der Sportplatz, die Stadtbücherei, der Park oder, wie in einem Fall, das Stadtmuseum sein. Die Jugendlichen sollten sich wohl fühlen und sich in geschütztem Rahmen äußern können. An den Wunschorten entstanden dann auch die Fotos, die in der Ausstellung zu sehen sind.

Interaktive Ausstellung mit verschiedenen Events

Mit der Ausstellung wollen Jugendamt und Jugendhilfe nun zeigen, dass es eine Bandbreite von Wertevorstellungen gibt. „Wir haben festgestellt, dass es nicht mal unter deutschen oder zugewanderten Jugendlichen ‚Die Werte‘ gibt“, erzählt Jugendhilfe-Bereichsleiterin Monika Franzmann.

Deshalb wolle man Besucher im Stadthaus nicht nur zum Diskutieren und Nachdenken anregen, sondern auch zum Mitmachen animieren. Unter den anonymisierten Aussagen der befragten Jugendlichen gibt es auf freien Flächen die Möglichkeit, sich ebenfalls zu den Themen zu äußern.

Im Rahmen der Ausstellung bieten die Organisatoren verschiedene Programmpunkte wie eine Podiumsdiskussion, ein Kickerturnier oder einen Poetry-Slam an. Auch Führungen für Schulklassen oder andere interessierte Gruppen sind geplant.

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