Zweites Bahngleis: Aktuelle Planung „ist völlig inakzeptabel“

Planungsexperte aus Werne

Beim Tachelesabend am Montag besichtigten knapp 90 Mitglieder der Aktionsgemeinschaft Wir für Werne das neue Solebad. Dabei hörten sie auch Informationen über ein ganz anderes Thema.

Werne

, 30.04.2019, 14:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Strecke zwischen Münster und Lünen, hier der Bahnhof Werne, bleibt wohl auf absehbare Zeit in weiten Teilen eingleisig.

Die Strecke zwischen Münster und Lünen, hier der Bahnhof Werne, bleibt wohl auf absehbare Zeit in weiten Teilen eingleisig. © Jan Hüttemann (A)

Auf dem Tachelesabend am Montag im Solebad legte Planungsexperte Karl-Friedrich Ostholt seine Sicht der Dinge zum Ausbau der Bahnstrecke zwischen Münster und Lünen dar. Hintergrund war die Berichterstattung der Ruhr Nachrichten über die Zweifel von Experten am Bau eines durchgängigen zweiten Bahngleises.

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Ostholt, ehemaliger langjähriger Planungsamtsleiter in Dortmund sowie SPD-Fraktionsvorsitzender in Werne, betonte zunächst die Bedeutung der Strecke. Sie sei eine von drei Routen aus dem Norden ins Ruhrgebiet. „Das ist eine der wichtigsten Verbindungen überhaupt. Wenn sie nicht ausgebaut wird, führt das zum Verkehrsinfarkt.“

Zweites Gleis auf sechs Kilometern „ist völlig inakzeptabel“

Es sei jetzt schon klar, dass Deutschland in Zukunft einen leistungsfähigeren öffentlichen Personenverkehr brauche. „Nur sechs Kilometer auszubauen, wie aktuell geplant, ist völlig inakzeptabel“, sagt Ostholt. Er bezieht sich auf die jüngst vorgestellten Pläne, lediglich besagtes Teilstück zwischen Capelle und Ascheberg mit einem zweiten Schienenstrang zu versehen.

Planungsexperte Karl-Friedrich Ostholt, hier bei einer Ehrung, rät zur Hartnäckigkeit beim Bemühen um ein zweites Bahngleis zwischen Münster und Lünen.

Planungsexperte Karl-Friedrich Ostholt, hier bei einer Ehrung, rät zur Hartnäckigkeit beim Bemühen um ein zweites Bahngleis zwischen Münster und Lünen. © Louisa Neupert (A)

Was kann man tun? Ostholt greift auf seinen Erfahrungsschatz zurück und empfiehlt den handelnden Personen diese Strategie: „Treten Sie jeden Monat irgendjemandem auf die Füße. Nur Hartnäckigkeit führt bei so etwas zum Ziel.“

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