Bauernhof-Sterben macht auch vor Werne nicht Halt

WERNE Jährlich geht die Zahl der Bauernhöfe in Werne zurück: „Mindestens zwei bis drei Prozent im Jahr“, schätzt Hubertus Rosendahl, Sprecher des landwirtschaftlichen Ortsvereins Werne. Seit nunmehr 50 Jahren. „Irgendwann steh´ ich hier allein auf weiter Flur“, bemerkt der Werner Landwirt.

von Von Helga Felgenträger

, 30.07.2008, 07:20 Uhr / Lesedauer: 1 min
Werne ist zwar noch landwirtschaftlich gesehen recht stark, aber auch hier machen zwischen zwei und drei Prozent der Bauernhöfe jährlich dicht. Foto Felgenträger

Werne ist zwar noch landwirtschaftlich gesehen recht stark, aber auch hier machen zwischen zwei und drei Prozent der Bauernhöfe jährlich dicht. Foto Felgenträger

Auch die Landwirtschaftskammer NRW meldet nach der Agrarerhebung 2007 für ganz NRW einen Rückgang. 2007 waren es noch 47500 in ganz NRW, damit 7020 weniger als bei der vorherigen Erhebung im Jahr 2003.

Die meisten Bauernhöfe gibt es noch im Kreis Steinfurt mit 3617 Betrieben, weniger als 800 Bauernhöfe sind es in den Kreisen Olpe und Unna, errechnete die Kammer. Schlusslicht sei der Ennepe-Ruhr-Kreis mit 588 Betrieben. In Werne schätzt Rosendahl, sind es noch etwa 100 Bauernhöfe, davon die Hälfte allerdings im Nebenerwerb.

Schlechte Karten für Kleinbetriebe „Noch ist Werne landwirtschaftlich recht stark“, sagt er und sieht dennoch die rückläufige Entwicklung beängstigend. „Für kleinere Betriebe lohnt sich die Landwirtschaft kaum noch“, spricht Rosendahl hier die Sauenhaltung an. Umsatzeinbrüche bis zu 60 Prozent beklagen die Werner Sauenhalter.

Die explodierenden Futterkosten sowie verstärkte Konkurrenz aus dem Ausland machen ihnen das Leben schwer. „Wer ein Ferkel weiterverkauft, macht derzeit einen Verlust von 20 Euro“, schildert Rosendahl die Problematik. Die Kosten für Futtermittel sei in den vergangenen Monaten um fast 40 Prozent gestiegen: Sojaschrot, Mais und Gerste seien für viele kaum leistbar.Konkurrenz aus dem Ausland Ein großer Druck stelle vor allem die Konkurrenz aus dem Ausland dar: In Holland und Dänemark hat ein durchschnittlicher Betrieb 2000 Zuchtsauen, während es bei den Werner Ferkelbauern durchschnittlich nur 150 Zuchtsauen sind. Dass dann einer spätestens beim Generationenwechsel seinen Hof aufgibt, dafür bringt der Landwirt Rosendahl, selbst hat er ein geschlossenes System mit Sauen- und Masttierhaltung, Verständnis auf.

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