Neuerdings hat die "First Lady Wernes", Bianca Christ, die seit 2007 mit Lothar Christ verheiratet ist, das Joggen für sich entdeckt. © Christ
Interview

Bianca Christ: „Das Amt meines Mannes bringt auch Einschränkungen“

Lothar Christ (52), der im September erneut zum Bürgermeister von Werne gewählt wurde, steht seit Jahren im Rampenlicht. Aber wie geht seine Frau Bianca Christ (44) damit um?

Lothar Christ ist die Öffentlichkeit gewohnt. Als Bürgermeister von Werne seit 2009 muss er das auch. Aber wie geht seine Ehefrau Bianca Christ damit um, die „First Lady Wernes“ zu sein? Wir haben sie dazu befragt. Aufgrund der aktuellen Corona-Situation fand das Interview in schriftlicher Form statt.

Frau Christ, gibt es Situationen, in denen Sie gerne darauf verzichtet hätten, die Frau des Bürgermeisters zu sein?

Natürlich bringt das Amt meines Mannes auch Einschränkungen mit sich. So z. B. bei der Wochenendgestaltung. Aber im Großen und Ganzen halten sich die nicht so angenehmen Situationen in Grenzen.

In der Weihnachtsbäckerei... Bianca Christ mit ihren Kindern Marei (12) und Simon (10). Es fehlt der 19-jährige Jonas.
In der Weihnachtsbäckerei… Bianca Christ mit ihren Kindern Marei (12) und Simon (10). Es fehlt der 19-jährige Jonas. © Christ © Christ

Hatten Sie schon mal Angst um ihren Mann, etwa bei hitzigen Debatten oder eventuell sogar Drohungen?

Nein, ich wüsste nicht, dass mein Mann schon einmal bedroht worden ist. Es gibt allerdings schon Menschen, die die Grenzen dessen, was sich gehört, überschreiten.

Und die wären?

Z. B. wenn Beschwerden oder Anfragen über die private Telefonnummer am Wochenende kommen. Aber wie gesagt, das kommt nicht häufig vor.

Wenn Sie sich mit anderen, weniger in der Öffentlichkeit stehenden Familien vergleichen – was ist bei Ihnen anders?

Ach, nicht viel. Wir versuchen, uns genauso wie alle anderen in der Öffentlichkeit zu bewegen und wir wünschen uns auch keine Sonderbehandlung.

Was gibt es an positiven Dingen in ihrer Rolle als Frau des Bürgermeisters?

(lacht) Da muss ich schon überlegen. Für mich persönlich fallen mir da keine besonderen Vorteile ein. Aber ich find´s schon schön, wenn sich Dinge, wie z. B. unsere Schulen, gut entwickeln. Und natürlich bin ich schon stolz, dass diese gute Entwicklung auch bei der dritten Bürgermeisterwahl honoriert worden ist.

Ist es manchmal demütigend, „nur“ die Frau an seiner Seite zu sein?

Ich bin nicht „nur“ die Frau an der Seite meines Mannes. Ich glaube auch nicht, dass er das so sieht.

Das Politische überlässt Bianca Christ gerne ihrem Mann.
Das Politische überlässt Bianca Christ gerne ihrem Mann. © Christ © Christ

Gibt es in der Politik Dinge, die Sie anders sehen als ihr Mann? Wie gehen Sie damit um?

Aus den politischen Angelegenheiten halte ich mich weitgehend heraus. Klar gibt es Dinge, die ich wichtig finde. Aber ich glaube, dass wir uns in Werne nicht groß beschweren können.

Hat man schon mal versucht, über Sie an ihren Mann zu kommen, um bestimmte Ziele zu erreichen?

Nein, das wäre auch zwecklos.

Was hätten Sie empfunden, wenn Ihr Mann die Bürgermeisterwahl im September 2020 verloren hätte?

Das wäre schade gewesen, aber kein Beinbruch.

Könnten Sie sich vorstellen, selbst aktiv in der Politik zu sein? Wenn ja, was würden Sie gerne machen?

Nein, wie gesagt, ich bin nicht so politisch. Ich helfe ehrenamtlich gern schon mal bei den Schulen aus oder früher im Kindergarten.

Halten Sie Ihrem Mann den Rücken frei? In welcher Weise?

Ach, das müssen Sie ihn fragen. Ich glaube schon, dass wir uns das, was zu tun ist, gut aufteilen. Und ich bin auch nicht diejenige, die auf die Uhr schaut, wenn er nach Hause kommt.

Würden Sie gerne mal für einen Tag den Job Ihres Mannes machen?

Nein.

Vita

  • Bianca Christ, 44 Jahre, verheiratet seit 2007, 3 Kinder
  • geboren in Menden (Sauerland)
  • Beruf: Verwaltungsfachangestellte, Sonderurlaub (zur Erziehung der Kinder beurlaubt)
  • Hobbys: familiäre Aktivitäten, Tanzen, Latino Solo, Zumba bei César, Lesen, seit neuestem Joggen.
Über den Autor
Redaktion Werne
Jeden Tag Menschen hautnah - nichts ist spannender als der Job eines Lokalredakteurs. Deshalb möchte ich nichts anderes machen - seit mehr als 35 Jahren.
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Jörg Heckenkamp

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