Die Kosten für den Bau des neuen Feuerwehr-Gerätehauses in Stockum sind deutlich höher als ursprünglich angenommen. Das stieß im Ausschuss nicht gerade auf Begeisterung. © Felix Püschner
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Bis zu 3 Millionen Euro teurer: Kosten für Feuerwehr-Gerätehaus in Werne explodieren

Das geplante Feuerwehr-Gerätehaus in Werne-Stockum wird deutlich teurer als geplant - laut Verwaltung um mehrere Millionen. Dafür hagelt es Kritik. Die Politik zeigte sich nahezu fassungslos.

Die Zahlen, die Frank Adamietz, Leiter des Kommunalbetriebs Werne (KBW), in der Ausschusssitzung am Mittwoch (9. Juni) präsentierte, sorgten bei der Politik für Kopfschütteln und teils bissige Kommentare. Artur Reichert (FDP) meinte, man müsse „als Ortspolitiker schon sehr leidensfähig sein, wenn man solche Zahlen sieht“. Uta Leisentritt (CDU) stieß ins gleiche Horn. Man stehe nach wie vor absolut hinter der Entscheidung, ein neues Feuerwehr-Gerätehaus zu bauen: „Aber die Kosten, die jetzt auf dem Tisch liegen – das ist doch Wahnsinn, das ist nicht tragbar. Das glaubt uns doch kein Mensch, dass wir so viel Geld für eine Halle ausgeben wollen!“

Grund des Ärgers: Der jüngste Kostenansatz der Verwaltung hatte bei rund 3,4 Millionen Euro gelegen. Nun sind es plötzlich bis zu 6,3 Millionen – je nachdem, für welche der vier möglichen Bauvarianten man sich entscheidet. Die Gründe für die Kostenexplosion sind vielseitig, wie Adamietz erklärte. Das Grundproblem bei derartigen Projekten sei aber stets gleich: Die Verwaltung müsse nämlich einen Kostenansatz festlegen, bevor sie die Ingenieurbüros beauftragen darf. Eine realistische Einschätzung könne es aber eigentlich erst geben, nachdem die Ingenieurbüros ihre Arbeit aufgenommen haben.

Günstigste Variante liegt 2,2 Millionen über dem Ansatz

Im Falle des Feuerwehr-Gerätehauses hat das unter anderem folgende Konsequenzen: Allein für das Herrichten und Erschließen der Fläche und eine Flächenerweiterung werden zusätzlich jeweils 400.000 Euro fällig. Hinzu kommen Preisanpassungen durch allgemein gestiegene Baupreise und höheren Planungsaufwand. Sie schlagen mit zusätzlichen 775.000 Euro zu Buche. Insgesamt geht man in der aktuellen Kalkulation von einer Kostensteigerung von 2,2 Millionen Euro im Vergleich zur Ursprungsrechnung aus.

Je nach Ausstattungsvariante des Gebäudes ergeben sich weitere Änderungen. Drei der vier möglichen Bauvarianten bewegen sich im Bereich zwischen 5,6 und 5,8 Millionen Euro Gesamtkosten. Variante vier würde satte 6,3 Millionen kosten. Die Varianten unterscheiden sich unter anderem bezüglich der Anzahl von Photovoltaik-Elementen sowie Heiz- und Lüftungsanlagen und darin, ob man beim Baustoff auf Beton setzt oder auf Massivholz.

Sondersitzung des Ausschusses ist wahrscheinlich

Kritik erntete die Verwaltung für ihr Vorgehen auch vom Ausschussvorsitzenden Lars Hübchen (SPD) – insbesondere mit Blick auf die „Präsentation“, für die die Stadt mehrere Mitarbeiter des beauftragten Planungsbüros zur Sitzung eingeladen hatte: „Sie legen hier eine lange Liste mit Kostenpunkten vor, die so überhaupt nicht beratungsfähig ist. Das muss man als Verwaltung anders aufbereiten. Das ist kein Spaß.“

Nun läuft die Sache wahrscheinlich auf eine Sondersitzung des Ausschusses hinaus. Die Verwaltung hatte sich zwar erhofft, von der Politik grünes Licht für eine der Bauvarianten zu erhalten – was sie zu sehen bekam, waren allerdings vielmehr rote Köpfe.

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Geboren 1984 in Dortmund, studierte Soziologie und Germanistik in Bochum und ist seit 2018 Redakteur bei Lensing Media.
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Felix Püschner

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