Verdacht auf Blindgänger: Kampfmittelräumdienst sichert Bohrlöcher an der Lippe

Weltkriegsbomben

Autofahrern ist in dieser Woche möglicherweise das Fahrzeug des Kampfmittelräumdienstes an der Kamener Straße kurz vor Rünthe aufgefallen. Werden bald die ersten Blindgänger entschärft?

Werne

, 06.03.2019, 17:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auf den Lippewiesen naher der Kamener Straße will man in den kommenden Monaten die Verdachtspunkte ausheben.

Auf den Lippewiesen naher der Kamener Straße will man in den kommenden Monaten die Verdachtspunkte ausheben. © Oskar Neubauer (Archiv)

Die Verdachtspunkte, die im Zuge der Maßnahmen zur geplanten Renaturierung der Lippe untersucht werden, sind bereits seit einiger Zeit bekannt. Bestätigt oder gar entschärft wurde bislang jedoch kein Blindgänger. Trotzdem stand am Dienstag, 5. März, ein Fahrzeug des Kampfmittelräumdienstes auf den Wiesen der Lippe, nahe der Kamener Straße zwischen Werne und Rünthe.

„Wir können bestätigen, dass die Kampfmittelbeseitigung dort Arbeiten durchgeführt hat“, erklärt Anna Carla Springob, Pressesprecherin der Bezirksregierung Arnsberg, auf Anfrage der Redaktion. Dabei habe es sich jedoch lediglich um eine Sicherung von Bohrlöchern auf den Lippewiesen gehandelt.

Fachmännische Füllung eines Bohrloches am Lippeufer

Auch Werner Kneip vom städtischen Ordnungsamt gab Entwarnung: „Es ging lediglich darum, ein Loch, unter dem wir eine Weltkriegsbombe vermuten, fachmännisch zu verschließen.“ Dafür musste ein Gerätewagen des Kampfmittelräumdienstes anrücken, der die anfallenden Arbeiten erledigte. Eine mögliche Entschärfung sei erst einmal nicht geplant.

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„Bei Bohrungen hatten wir ein starkes Signal, weshalb wir davon ausgehen, dass sich dort höchstwahrscheinlich eine Fliegerbombe im Boden befindet“, so Kneip weiter. „Vor einigen Wochen gab es bereits einen Versuch, die Bombe auszugraben.“ Dabei sei man jedoch auf zu hoch stehendes Grundwasser gestoßen, das eine weitere Bergung unmöglich machte.

Absenkung des Grundwassers eine aufwendige Angelegenheit

Bis das Grundwasser, das durch die Lippe im Uferbereich generell sehr hoch stehe, abgepumpt werden könne, müsse man das Bohrloch geschlossen halten. In den kommenden Wochen gelte es dann, gemeinsam mit dem Kreis Unna, den zuständigen Naturschutzbehörden sowie dem Kampfmittelräumdienst einen Plan zum Abpumpen des Grundwassers sowie der Bergung zu entwerfen, erklärt Kneip.

„Um das Grundwasser abzupumpen, muss der Winter vorbei sein. Bei möglichem Frost kann man die Arbeiten nicht durchführen.“ Das Absenken des Grundwassers selbst sei außerdem eine „aufwendige Sache“, schätzt der Mitarbeiter des Ordnungsamtes das Vorhaben ein.

Von möglicher Entschärfung kaum Haushalte betroffen

Und wenn man dann wirklich eine Bombe findet? Große Räumungsaktionen müssten Anwohner nicht erwarten, so Kneip. Würde man Blindgänger finden, wären diese laut Kneip 250 beziehungsweise 500 Kilogramm schwer. „Der Sicherheitsradius ergibt sich aus dem Gewicht“, so die Erklärung. Das heißt: Bei 250 Kilogramm Gewicht müsste man bei der Entschärfung einen Radius von 250 Metern einhalten.

„In dem Fall müssen keine Wohnhäuser evakuiert werden, da alle Verdachtsfälle weit in den Lippewiesen liegen“, sagt Kneip. Selbst bei einer 500-Kilogramm-Bombe wären nur wenige Häuser betroffen. Bis es jedoch soweit ist und einer der Blindgänger entschärft wird, kann es noch ein paar Monate dauern.

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