Bolzplätze, Breitbandausbau, Kreisverkehre – diese Probleme will Lothar Christ angehen

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Wer wird Wernes nächster Bürgermeister? Wir haben uns mit den drei Kandidaten an drei Drehorten getroffen, die drei Probleme veranschaulichen, die die Kandidaten angehen wollen. Heute: Lothar Christ (parteilos).

Werne

, 03.09.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Lothar Christ ist seit 2009 Bürgermeister der Stadt Werne. Damals trat er die Nachfolge von Rainer Tappe an. Elf Jahre Später sieht sich Christ bei der Kommunalwahl 2020 nicht nur seinem Dauerrivalen Benedikt Striepens (Grüne) gegenüber sondern auch dem CDU-Kandidaten Dominik Bulinski. Um drei Themen auf seiner politischen Agenda besonders hervorzuheben, hat sich Christ drei Orte für unser Kurzinterview ausgesucht. Und der Start war sportlich.

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Christ im Kurzinterview - Kunstrasen für Bolzplätze

Zum Auftakt geht es nämlich auf den Bolzplatz. Genau genommen auf den an der Berliner Straße, vor der Kita Kunterbunt. Dass es sich auf diesem Platz derzeit keineswegs komfortabel kicken lässt, weiß Wernes amtierender Bürgermeister aus eigener Erfahrung. Er spiele schließlich selbst mit seinen Kindern hier, sagt Christ. Der Bereich vor den Fußballtoren sollte eigentlich mit Rasen bedeckt sein. Doch den sucht man hier vergeblich - genauso wie auf anderen Bolzplätzen in der Lippestadt.

„Spiel- und Bolzplätze sind wichtig für die Entwicklung unserer Kinder, aber leider sind sie oft in keinem guten Zustand. Sie sind entweder abgenutzt oder es stehen Pfützen darauf“, erklärt Christ. Daran wolle er in Zukunft etwas ändern. Und wie? Da verweist Wernes Stadtoberhaupt auf die Kunstrasenplätze, die man bereits an den Schulen errichtet habe - in Kooperation mit den Fördervereinen und der Stiftung der Sparkasse an der Lippe. Kunstrasenbelag auf allen Bolzplätzen, das wäre doch was, sagt Christ: „Und dafür werde ich mich einsetzen.“

Der Bolzplatz an der Berliner Straße ist in keinem guten Zustand. Und er ist kein Einzelfall.

Der Bolzplatz an der Berliner Straße ist in keinem guten Zustand. Und er ist kein Einzelfall. © Felix Püschner

Station Nummer zwei auf unserer Tour liegt nicht weit entfernt vom Bolzplatz an der Berliner Straße. Ein kleiner grauer Kasten steht dort. Ohne den pinken Aufkleber, der auf das Beratungsangebot eines Telekommunikationsunternehmens hinweist, würde er wahrscheinlich niemandem auffallen. „Wissen Sie, was das ist“, fragt Christ – und gibt die Antwort direkt selbst: „Ein Verteilerkasten für die Breitbandversorgung in unserer Stadt.“

Das klingt zunächst mal ganz gut, deutet allerdings auch auf einen Bereich hin, der faktisch durchaus noch ausbaufähig ist. Denn eine Glasfaseranbindung bis zur Haustür ist in der Lippestadt keine Selbstverständlichkeit. Ganz im Gegenteil. Es gibt sie in vielen Fällen (noch) nicht, wie Christ betont. Stattdessen habe man Koaxialkabel-Anschlüsse oder die sogenannte Vectoring-Technik.

Ein Verteilerkasten für die Breitbandversorgung. Um die steht es in Werne allerdings nicht besonders gut.

Ein Verteilerkasten für die Breitbandversorgung. Um die steht es in Werne allerdings nicht besonders gut. © Felix Püschner

„Das ist keine gute und zukunftsfähige Lösung. Wir brauchen FTTH- oder FTTB-Verbindungen, also Glasfaser bis ins Haus hinein. Das würde für unsere Stadt einen Quantensprung bedeuten“, sagt Christ - und betont, dass er bereits mit Firmen in Kontakt stehe, die genau das in Werne leisten könnten.

Kreisverkehre auf der Umgehungsstraße im Blick

Um Leistung geht es auch an der dritten Station unseres Interviews. Denn die Busse und Lkw, die da gerade durch den Kreisverkehr Nordlippering/Capeller Straße rauschen, haben ordentlich PS unter der Haube. An diesem Standort - unweit der Firma Icopal - ist es laut und kein bisschen idyllisch. Doch wenn es nach Christ geht, soll sich das ändern - zumindest optisch. „Kreisverkehre wie dieser hier von Straßen.NRW sind wahrlich kein Blickfang“, gibt Wernes amtierender Bürgermeister zu.

Das Problem: Um die acht Kreisverkehre entlang der Umgehungsstraße neu und schöner zu gestalten, müssten hohe Auflagen und Bedingungen erfüllt werden. Das schreckt Sponsoren ab. Christs Plan: Wenn die Stadt schon nicht selbst Träger der Straßenbaulast ist, dann könne sie zumindest „zwischengeschaltet werden zwischen Sponsor und dem Land NRW“. Möglicherweise sei das ein Weg, um solche Kreisel aufzuhübschen - so wie den an der Münsterstraße. Hier ist die Stadt tatsächlich Träger der Straßenbaulast. Und dieser Kreisel werde von vornherein schön gestaltet, so Christ.

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