Brand im Getreidefeld an der B54 hätte auch ganz anders ausgehen können

mlzBrennendes Feld

Ein brennendes Getreidefeld löscht die Feuerwehr Werne auch nicht jede Woche. Dieses Mal ging es glimpflich aus. Das lag an zwei Faktoren, die den Rettern in die Karten spielten.

Werne

, 28.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Alarm ging am Mittwoch, 26. Juni, bei der Feuerwehr ein. Ein Getreidefeld südlich der Lünener Straße kurz hinter dem Ortsausgangsschild Werne brennt. „Das war am Anfang schon erschreckend, das zu sehen“, sagt Feuerwehr-Chef Thomas Temmann einen Tag danach auf Anfrage der Redaktion.

Doch das Szenario war dann letztlich einfacher zu händeln als gedacht. Zwei Dinge spielten der Feuerwehr in die Karten. Zum einen die Getreideart. „Auf dem Feld steht Tritikale. Die brennt nicht so wie andere Getreidearten“, sagt Temmann.

Brand im Getreidefeld an der B54 hätte auch ganz anders ausgehen können

Ein Luftbild von der Drohne zeigt die Brandzerstörungen im Getreidefeld an der Lünener Straße. © Freiwillige Feuerwehr Werne

Zweiter glücklicher Umstand: Das Korn stand noch nicht in voller Reife. „Ein Gerstenfeld kurz vor der Ernte, das hätte wohl deutlich heftiger gebrannt“, sagt der Feuerwehr-Chef.

„Solche Brände kann man schlecht üben“

Auch wenn diese Art von Bränden im Alltag der Freiwilligen Wehrleute Werne eher seltener vorkommen, „so spielt das in der Ausbildung natürlich eine Rolle“. Üben lasse sich das nicht, „wir können ja schließlich kein Feld zu Übungszwecken anzünden“, so Thomas Temmann.

Zwei Dinge hatten die Wehrleute besonders im Blick: den Schutz etwaiger Anlieger sowie den Schutz des nahegelegenen Naturschutzgebietes Lippeaue. Doch Erkundungen durch einen Trupp Feuerwehrleute sowie etwas später den Einsatz einer Drohne zeigten, dass ein Grüngürtel das Feld vom Naturschutzgebiet trennt. Häuser waren ebenfalls nicht in Gefahr.

Die geringe Brandstärke der Tritikale sorgte auch für eine schnelle Bekämpfung des Feuers. Sicherheitshalber hatten Landwirte Schneisen gemäht, über die die Flammen nicht springen konnten.

Außerdem sind sie mit dem Trecker und ihren Grubbern durch die Flammen gefahren und haben „sie so einfach untergepflügt“, wie sich der Feuerwehrchef ausdrückt.

Luftbilder

Einsatz einer privaten Drohne

Das Einsatzgebiet der Wehr war flächenmäßig sehr groß, dafür waren die Bilder der Drohne äußerst hilfreich. Ein Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr hatte sein privates Fluggerät für den Einsatz zur Verfügung gestellt.

Die zunächst in den Raum gestellte Aussage, das Feld habe an mehreren Stellen gebrannt, ist offenbar ein Kommunikationsfehler. Es hat offenbar eine Zündstelle gegeben, von der sich die Flammen dann verschiedene Wege gebahnt haben, sodass schätzungsweise rund 1000 Quadratmeter Ernte vernichtet worden sind.

Über die Brandursache lässt sich noch keine klare Aussage treffen. „Die Ursache ist noch unklar“, sagt einen Tag nach dem Brand Polizeisprecherin Vera Howanietz auf Anfrage der Redaktion.

Es liegt der Verdacht nahe, dass eine achtlos weggeworfene Zigarettenkippe den Brand ausgelöst haben könnte. „Das wäre auch mein Verdacht“, sagt Feuerwehr-Chef Thomas Temmann.

Einen Tag später, am Donnertstag, 27. Juni, musste die Feuerwehr dann erneut ausrücken, dieses Mal brannte ein Randstreifen. Bleibt zu hoffen, dass es in den nächsten Tagen nicht zu weiteren Einsätzen dieser Art kommt.

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