Bürgermeister plant Offensive für die Innenstadt

Nach Solebad-Schließung

Von einem dringenden Handlungsbedarf sprach Bürgermeister Lothar Christ beim gestrigen Pressegespräch im Stadthaus und rief zur „Innenstadt-Offensive Werne an der Lippe“ auf. „Alle müssen mitziehen, um die Innenstadt zu stärken.“

WERNE

, 29.01.2016, 18:23 Uhr / Lesedauer: 2 min
Bürgermeister plant Offensive für die Innenstadt

Landauf, landab hätten Städte mit weniger als 50 000 Einwohnern Probleme mit hohen Leerständen. Das Online-Geschäft nehme dem Einzelhandel Kundschaft weg. „Für Werne kommt die besondere Situation der vorübergehenden Solebad-Schließung hinzu“, sagt  Bürgermeister Lothar Christ. „Dieser Magnet fehlt uns.“

Besonders für diesen Zeitraum seien alle – Stadt, Eigentümer, Geschäftsleute, Vereine, Institutionen und Bürger – aufgefordert, etwas dagegen zu tun. 37 Veranstaltungen hat Werne Marketing für dieses Jahr geplant, hinzu kommen 100 Wochenmarkttage. „Wir schaffen die Rahmenbedingungen, die Bürger müssen mit ihren Aktionen das Geschehen flankieren.“

Planungsdezernent Ralf Bülte hebt den historischen Stadtkern und den Denkmalschutz hervor, den es ebenfalls zu stärken gelte. „Die Atmosphäre in unserer Stadt ist unser Pfund“, sagt er und bietet Hauseigentümern bei Sanierungen beratende Hilfe an. Für die Fortentwicklung der Stadt seien kluge Ideen nötig, betont der Bürgermeister.

Bonenstraße könnte Gastro-Meile werden

An dem Pressegespräch nahm auch Vorsitzender Michael Zurhorst vom Stadtentwicklungsausschuss teil. Er hatte eine ungewöhnliche Idee für die Bonenstraße, die in andern Städten bereits gut ankomme, wie er sagt.

Die Rede ist von einer Gastro-Meile. „Wir wollen keinen Eigentümer zwingen, Gastronomie in die Ladenlokale zu holen“, sagt er. Aber wenn es der Markt nicht hergäbe und die Leerstände weiter voranschritten, müsste man sich städtebauliche Entwicklungsmaßnahmen überlegen.

Flaniermeile wieder für den Straßenverkehr öffnen?

Weiterhin nahm der CDU-Politiker die Fußgängerzone ins Visier. „In Werne ist die Fußgängermeile außergewöhnlich lang“, sagt er. Das könne von Vorteil aber auch Nachteil sein. „Auch das müssen wir überdenken, ob die Flaniermeile an manchen Stellen wieder für den Straßenverkehr geöffnet wird.“

Städtebau-Dezernent Ralf Bülte sieht in den baulichen Maßnahmen in der Innenstadt ein wichtiges Instrument, Werne attraktiver zu machen. Mit der Sanierung der Fußgängerzone am Markt geht es am 7. März weiter, berichtet er den aktuellen Stand.

Tourismus stärken

Auch dem Thema Tourismus messen die Verantwortlichen eine wichtige Bedeutung bei. „Wir brauchen Kundschaft von außerhalb“, sagt Bülte und sieht in dem neuen Fahrrad-Rundweg durch Westfalen, welcher im Sommer eröffnet, eine gute Möglichkeit, Werne bekannter zu machen. So hat die Arbeitsgemeinschaft historische Stadt- und Ortskerne eine Fahrradroute durch neun historische Stadtkerne entwickelt. Werne ist mit dabei.

„In der Vergangenheit habe die Stadt bereits mit dem Werne-Gutschein einen guten Anfang gemacht“, sagte Wirtschaftsförderin Carolin Brautlecht. Mit diesem Instrument binde Werne Kaufkraft, stellt sie fest. So seien seit Oktober 2014 bereits über 200 000 Euro erzielt worden.

Diese Veranstaltungen sind geplant:

Die Info-Veranstaltung „Zukunftsfähiger Einzelhandel durch Online-/Offline-Vernetzung“ findet am 24. Februar um 19 Uhr im Bürgersaal statt.
Donnerstags in Werne: Unter diesem Motto plant die Stadt sieben Veranstaltungen (2. und 9. Juni, 14., 21. und 28. Juli, 4. und 11. August).
Gemeinschaftsaktion „Werne putzt sich heraus“ ist für 12. März vorgesehen. Das erste Straßenfestival findet vom 26. bis 28. August statt.

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