Keine Schulbusse für die OGS der Wiehagenschule - Kinder müssen für den Heimweg nun draufzahlen

OGS der Wiehagenschule

Bisher konnten die Übermittags-Kinder der Wiehagenschule nach der Betreuung in den Bus springen. Nun sind die Kinder auf Elterntaxis und die eigenen Füße angewiesen.

Werne

, 15.11.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Keine Schulbusse für die OGS der Wiehagenschule - Kinder müssen für den Heimweg nun draufzahlen

An der Bushaltestelle an der Wiehagenschule fährt nach der OGS kein Bus nach Hause. © Sylva Witzig

Grundschüler, die weiter als zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen, bekommen kostenfrei ein Busticket. Der Haken daran: Wer nach der sechsten Stunde weiter betreut wird, kommt nicht mehr mit dem Bus nach Hause. Auf die Heimfahrt haben die Schüler nach der Schülerfahrtkostenverordnung keinen Anspruch, erklärt Liane Jäger vom Schulverwaltungsamt.

„Die Betreuung in der Offenen Ganztagsschule ist außerschulisch. Deshalb wird auch die Heimfahrt mit einem Schulbus nicht gewährleistet“, so Jäger. Anders sei das im geschlossenen Ganztag, wie es ihn in der Marga-Spiegel-Schule gibt. Dort müssten die Schüler mindestens drei Tage in der Woche bleiben und bekämen dann auch den Heimweg bezahlt, so Jäger.

Nach der sechsten Stunde müssen Grundschüler laufen

Um 13.40 Uhr fahren die letzten Schulbusse von der neuen Wiehagenschule in Richtung Holthausen und Lütkeheide. Danach gibt es von der Haltestelle Schemmelweg aus zwar noch Linienbusse bis zum Werner Bahnhof und in Richtung Hamm - doch die müssen, wenn der Busfahrer streng ist, extra bezahlt werden. „Die wissen genau, wann die Grundschüler Schulschluss haben. Das Ticket gilt nur für die Schulzeit“, so Jäger.

Zuvor lag die Wiehagenschule komfortabel in der Nähe einer geschlossenen Ganztagsschule, der Barbaraschule. Auch nach ihrer Schließung fuhren dort noch Linienbusse und es gab ein Abkommen mit den Busfahrern, dass die Kinder der Wiehagenschule kostenfrei mitgenommen werden.

Gleiches Recht für alle Grundschulen

Diesen Luxus haben die OGS-Kinder nun nicht mehr - und das findet Jäger gerechtfertigt: „Ich kann verstehen, dass Eltern und Schüler sich ärgern, doch die anderen beiden Grundschulen haben auch keine Sonderbusse nach der Betreuungszeit. Der Einsatz mehrerer Linien kostet viel Geld - wenn, dann müsste man allen Schulen Busse für den Heimweg zusichern.“

Konkrete Zahlen habe man im Schulverwaltungsamt nicht - doch in manchen Richtungen würden nur eine Handvoll Schüler mitfahren. Für die lohne sich eine Sonderlinie nicht.

Eltern fordern Haltebuchten an der Wiehagenschule

Für Elterntaxis wurden im Umkreis der Wiehagenschule Haltebuchten eingerichtet. Manche liegen direkt vor der Schule, andere weiter entfernt. „Eltern kamen auf uns zu und haben Haltebuchten gefordert, die Abstand zur Schule haben. So können die Kinder noch gemeinsam ein Stück laufen und sich unterhalten“, so Jäger.

Sie betont aber, dass die Haltebuchten noch in der Testphase sind - Theorie und Praxis lägen häufig auseinander. „Eltern entwickeln eine Eigendynamik. Man muss einfach schauen, wie es in der Realität aussieht. Wir wollen und werden etwas verändern, wenn es nötig ist“, sagt Jäger. Bisher seien ihr und ihren Kollegen keine Staus oder andere Probleme gemeldet worden - nur am Ostring staue es sich wegen des Wendeverkehrs ein wenig.

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