Dem Wunsch des Kreises Unna nach würde aus der Butenlandwehr eine Fahrradstraße. © picture alliance/dpa
Radverkehr in Werne

Butenlandwehr als Fahrradstraße? Ende 2021 fällt Entscheidung über Radverkehrskonzept

Die Stadt Werne will fahrradfreundlicher werden und hat auf Vorschläge des Kreises Unna für mehr radfreundlichen Verkehr reagiert. Ende des Jahres entscheidet sich, was wo umgesetzt wird.

Der Kreis Unna stellt sein Radverkehrskonzept neu auf und will das Kreisradwegenetz in Anbindung an den Ruhrschnellweg 1 (RS 1) verbessern. Das Ziel: den Verkehr klimafreundlicher machen und die Bürgerinnen und Bürger aufs Rad zu locken. Auch in Werne sollen städtische Wege und Querungshilfen erneuert beziehungsweise gebaut werden. Dafür hat der Kreis ein Grundkonzept erarbeitet, zu dem die Kommunen aufgerufen waren, auf Gemeindeebene Verbesserungsvorschläge einzureichen, bevor im vierten Quartal der Kreisbeschluss über das Konzept fällt.

Werne soll im Süden an RS 1 angebunden werden

Die Stadt Werne hat dafür einige Stellen besonders ins Auge gefasst. Zum einen will sie, dass Werne an den RS 1 angebunden wird, einmal über eine Radwegbrücke über den Datteln-Hamm-Kanal auf Bergkamener Gebiet und einmal über die Klöcknerbahntrasse auf Bergkamener Gebiet. Darüber hinaus soll eine Radwegeverbindung nach Stockum auf der bestehenden Zechenbahntrasse entstehen, ebenso wie zwischen Horst und Herbern. Der Stadt zufolge könne das entlang der Herberner Straße mit einem einseitigen Zweirichtungsradweg passieren oder aber über die Gemeindestraßen Nordbecker Damm und die Herberner Straße als Fahrradstraße mit einseitigem Zweirichtungsradweg.

Außerdem soll zwischen dem Werner Zentrum und Herbern über die B233/B54 der Radweg ausgebaut werden, insbesondere die 150 Meter lange Stelle, die derzeit über Feldwege umgeleitet wird. „Diese Lücke ist allerdings bereits jetzt in der Überplanung über den Landesbetrieb Straßen.NRW, so dass letztendlich hier eine durchgehende Radwegeverbindung entsteht, die es nun auch im Radverkehrskonzept des Kreises Unna zu berücksichtigen gilt“, heißt es in der Aussschussvorlage. In diesem Zusammenhang werde die Trassierung über die Butenlandwehr als Verbindung zur Capeller Straße „sehr begrüßt“.

Butenlandwehr soll Radverkehr dem Autoverkehr bevorzugen

Aus der Butenlandwehr selber soll nach der Vorstellung des Kreises eine Fahrradstraße werden. Da die Straße aber auch von Lkw wegen des angesiedelten Gewerbes genutzt und auch von Bussen befahren wird, will die Stadt, dass die Butenlandwehr im Einfahrtsbereich der B 54 in einen gemeinsamen Rad- und Gehweg von mindestens 3 Metern Breite geändert wird. Zwischen K15 und B233 sei eine Geschwindigkeitsreduzierung zugunsten des Radverkehrs denkbar, so die Stadt.

Darüber hinaus sind im Radwegekonzept, das online auf einer Karte einsehbar ist, viele fußgänger- und radfahrerfreundliche Elemente in den Verkehr integriert, wie beispielsweise Querungshilfen auf der B 54 hinter dem Ortsausgangsschild in Richtung Herbern. Die Stadt macht allerdings darauf aufmerksam, dass die Maßnahmen von der Höhe der zur Verfügung stehenden Mittel abhingen, für die der Kreis Personal und Geld zur Verfügung stellen müsse. Dem Konzept stimmte der Umwelt- und Mobilitätsausschuss am Mittwochabend (2. Juni) einstimmig zu.

Auf die Frage von Adelheid Hauschopp-Franke (Sachkundige Bürgerin SPD), wie es um den RS1 stehe, erklärte Kersting beim letzten Tagesordnungspunkt des öffentlichen Sitzungsteils, dass derzeit noch unklar sei, wann der Bau beginnen könne und wie lange dieser dauere. Im April sei die Umweltverträglichkeitsstudie den Kommunen zur Stellungnahme vorgelegt worden. Im günstigsten Fall könnte der RS1 durch Werne links entlang der Surfworld über die 3 bis 5 Meter hohe alte Bahntrasse oberhalb der Kamener Straße in die Elsa-Brandström-Straße verlaufen. Durch einen neuen Kreisverkehr, den sich die Stadt wünscht, soll im Bereich des Südrings außerdem ein flüssiger Verkehr gewährleistet werden. Laut Kersting schaffe nur dieser die nötige Abhilfe.

Über die Autorin
Redakteurin
Gebürtige Münsterländerin, seit April 2018 Redakteurin bei den Ruhr Nachrichten, von 2016 bis 2018 Volontärin bei Lensing Media. Studierte Sprachwissenschaften, Politik und Journalistik an der TU Dortmund und Entwicklungspolitik an der Philipps-Universität Marburg. Zuletzt arbeitete sie beim Online-Magazin Digital Development Debates.
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Eva-Maria Spiller

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