Christophorus-Schüler ärgern sich über Trödel-Zeit

Warten auf Bus 521

Wenn um 14 Uhr Schulschluss ist, der Bus nach Hause aber erst gegen 15 Uhr eintrudelt, ist das ziemlich nervig und auf die Dauer eine ärgerliche Verplemperei von Zeit. Rund 90 Schülerinnen und Schüler des Christophorus-Gymnasiums in Werne leiden derzeit unter diesem Problem. Grund sind die neuen Abfahrtzeiten der Linie 521.

WERNE

, 28.08.2015, 16:21 Uhr / Lesedauer: 2 min
Christophorus-Schüler ärgern sich über Trödel-Zeit

Zehn Minuten später als geplant kam der Bus am Schulzentrum an. Ein Dutzend Schüler hatte da schon gut 40 Minuten auf ihn gewartet.

Fahrschüler an der Marga-Spiegel-Schule müssen sich abhetzen, um ihren Bus zu bekommen. Für viele Christophorus-Schüler gilt genau das Gegenteil: Sie nervt langes Warten auf die Heimfahrt.

„Wir haben genau das umgekehrte Problem“, meldete sich Sonja Ernst-Böhm bei unserer Redaktion. Sie bezog sich in dem Telefonat auf unsere Berichterstattung über die Probleme von Sekundarschülern, ihren Bus noch zu erwischen. Sonja Ernst-Böhm schilder das andere Extrem. Sie wohnt in Capelle. Sohn Liam geht zum Christophorus-Gymnasium. „Wenn er um 14 Uhr Schulschluss hat, ist er manchmal erst um 15.30 Uhr zu Hause.“

Anlass ist die neue Abfahrtzeit des Schulbusse der Linie 521 seit Beginn dieses Schuljahres. Statt um 14.20 Uhr fährt er seitdem um 14.34 Uhr. Laut Fahrplan. De facto fast immer später, wie Sonja Ernst-Böhm bemängelt. „Der Bus verspätet sich bis zu einer halben Stunde“, sagt sie.

Bedeutet in solch einem Fall für Liam: Schulschluss 14 Uhr, Abfahrt des Busses etwa 15 Uhr. Über Horst und Herbern bis Capelle Bahnhof, Ankunft etwa 15.35 Uhr. Ein langer Tag.

Auch Schulleitung unglücklich mit neuen Fahrtzeiten

Die Capellerin ist nicht die einzige, die die neuen Abfahrtzeiten kritisiert. Niels Hakenes, Vize-Schulleiter des Christophorus-Gymnasiums, hat „diese Woche bestimmt schon ein Dutzend Gespräche mit Eltern darüber geführt“. Er schätzt, dass etwa 90 der insgesamt rund 750 Christophorus-Schüler von den negativen Auswirkungen des neuen Fahrplanes betroffen sind. Und zwar die Schüler aus Horst, Herbern, Capelle und Ascheberg, die in Herbern an der Rankenstraße umsteigen müssen.

Zwar nicht alle jeden Tag, so Hakenes, aber doch häufiger. Sonja Ernst-Böhm etwa berichtet, dass ihr Sohn vier Mal die Woche Unterricht bis einschließlich der siebten Stunde hat. Und das bedeutet Schulschluss um 14 Uhr und damit Warten auf den Bus. Ein Vater berichtet, dass sich in Capelle bereits Fahrgemeinschaft gebildet hätten, um die Kinder früh nach Hause zu holen.

RVM sucht nach Lösung

Die Ursachen, weiß auch Niels Hakenes, für den neuen Fahrplan liegen in Lüdinghausen. Dort hat eine Schule ihre Unterrichtszeiten umgestellt. Das habe zu einer Anpassung der Fahrzeiten bei der RVM geführt, die nun bis zum Christophorus-Gymnasium durchschlagen.

Die Schule sinnt nach dem deutlichen Elternprotest auf Abhilfe. Hakenes: „Wir haben mit der Stadt und der RVM gesprochen.“ Bei der Regionalverkehr Münsterland GmbH ist das Problem bekannt. Sprecher Markus Kleymann: „Uns ist das Problem bewusst. Wir basteln gerade an einer Lösung.“  

Beim benachbarten Anne-Frank-Gymnasium besteht das Problem mit der Linie 521 nicht, da das AFG einen anderen Stundenstruktur um die Mittagszeit und andere Schlusszeiten hat.

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