Plötzlich im Homeschooling: Christophorus-Schüler erleben, wie digital ihre Schule ist

mlzDigitalisierung an Schulen

90 Schüler des St.-Christophorus-Gymnasiums in Werne befinden sich zurzeit in Quarantäne und damit im Distanzunterricht. Nun kann sich hier zeigen, wie digital das Gymnasium aufgestellt ist.

Werne

, 14.11.2020, 10:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wie schnell es manchmal gehen kann, haben die Lehrer und Schüler am St.-Christophorus-Gymnasium (GSC) in dieser Woche erfahren. Weil sich ein Schüler mit dem Coronavirus infiziert hatte, befindet sich fast die gesamte Stufe Q2 seit Montag (9. November) in Quarantäne. Damit gilt für 90 Schüler: Distanz- statt Präsenzunterricht.

Im ersten Lockdown im Frühjahr wurde schnell klar, dass die Schulen in Nordrhein-Westfalen digitaler werden müssen. Auch in Werne konnte man nicht alle Schüler im Homeschooling vernünftig erreichen, hieß es seitens des Schulträgers und aus den einzelnen Schulen.

Mit den Fördermitteln des Landes aus dem „Digitalpakt Schule“ soll sich das ändern. Und zwar schnellstmöglich. Denn wie man am St.-Christophorus-Gymnasium nun gesehen hat, müssen die Verantwortlichen im Coronafall kurzfristig reagieren können.

„Digitaler Unterricht ist gewachsen“

Auch am GSC gibt es demnach Nachholbedarf, wenn es um die Infrastruktur in der Schule, aber auch um die technische Ausstattung der Schüler selbst geht. Aber: „Der digitale Unterricht ist gewachsen. Das ist vielleicht eine positive Begleiterscheinung von Corona“, sagt Schulleiter Thorsten Schröer. Bereits jetzt verfügt das GSC über sogenannte Laptop-Koffer mit zehn Exemplaren, die sich Lerngruppen oder Klassen stundenweise ausleihen können.

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Dennoch sollen die Endgeräte bewusst eingesetzt werden. Schließlich gilt auch ein Handyverbot. Dann sei es ungerecht, wenn der eine Schüler sein iPad im Unterricht nutzen würde und der andere nicht, so Schröer. „Nicht alles spielt sich auf dem iPad ab. Es muss auch einen Mehr-Wert haben, zum Beispiel, wenn Bücher digital verfügbar sind“, erklärt Schröer.

40 neue iPads für Christophorus-Gymnasium

Dass man nun alles daran setze, die Schüler kurzfristig mit Endgeräten auszustatten, sieht der Schulleiter kritisch: „Wir können den Weg, langfristig zur digitalen Schule zu werden, bestreiten. Wir lassen uns aber nicht überrumpeln, nur weil das Land meint, jeder Schüler bräuchte ein iPad. Man drängt uns da eher etwas auf, dass Unterricht nur noch mit dem iPad geht“.

Etwa 40 Geräte haben die Verantwortlichen des GSC dennoch über den Schulträger, das Bistum Münster, beim Land NRW aus den Fördermitteln des „Digitalpakts Schule“ bestellt. Vor den Sommerferien gab es eine Umfrage unter den Eltern, um festzustellen, wie hoch der Bedarf ist.

„Das kann als Unterstützung im Lockdown helfen, damit sich in einem Haushalt nicht drei Personen ein Tablet teilen müssen“, erklärt Thorsten Schröer. Ausschließlich dann sollen die neuen iPads, die noch vor den Weihnachtsferien am GSC erwartet werden, an die Schüler verliehen werden. Und eben jetzt, wenn für manche Schüler gilt: Distanz- statt Präsenzunterricht.

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