Clown „Püppi“ vertreibt Sorgen der Flüchtlingskinder

Notunterkunft am Werthweg

Hoher Besuch für die Kleinsten in der Notunterkunft am Werner Werthweg. Clown "Püppi" besuchte die Bewohner der Unterkunft - und zauberte ihnen für eine kurze Zeit ein Lächeln ins Gesicht. Mit vielen komischen Einlagen sorgte der Clown für großes Gelächter - und das ganz ohne Vokabular. Wir haben ihn bei seinem Besuch begleitet.

WERNE

, 28.04.2016, 05:46 Uhr / Lesedauer: 2 min
Seine kleinen Zuschauer durften sich auch selbst beim Jonglieren versuchen.

Seine kleinen Zuschauer durften sich auch selbst beim Jonglieren versuchen.

Mit großen Augen beobachtet Rusul, was der Mann in den weiten Ballonhosen und den riesigen Schuhen vor ihr veranstaltet. Schon beim ersten Schminkstrich huscht der Fünfjährigen ein breites Grinsen übers Gesicht, das schließlich in lautem Gelächter mündet. Der Clown lässt seine kleinen und großen Zuschauer beim Besuch in der Notunterkunft am Werthweg für eine Stunde ihre Alltagssorgen und schlimmen Erlebnisse vergessen.

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Clown Püppi besucht die Notunterkunft in Werne Stockum

Seinen kleinen und großen Zuschauern in der Notunterkunft am Werthweg zaubert Clown Püppi für eine Stunde ein Lächeln ins Gesicht. Der Clown mit 30 Jahren Bühnenerfahrung lässt sie ihre Alltagssorgen und schlimmen Erlebnisse vergessen.
27.04.2016
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Pfui! Sogar eine Klobürste hatte der Clown dabei. Die war zum Glück noch nicht benutzt.© Foto: Felix Püschner
Strahlende Gesichte: Für die kleinen Bewohner der Notunterkunft war der Besuch eine unterhaltsame Ablenkung vom Alltag.© Foto: Felix Püschner
Püppi sorgte in der Turnhalle für gute Laune.© Foto: Felix Püschner
Akrobatische Einlagen standen ebenfalls auf dem Programm.© Foto: Felix Püschner
Ashwak Mohsen aus dem Irak mit ihren Kindern Rusul (5) und Brüderchen Chieth (3).© Foto: Felix Püschner
Bereits bei den Vorbereitungsarbeiten für seinen Auftritt sorgte Püppi für Lacher.© Foto: Felix Püschner
Püppi sorgte in der Turnhalle für gute Laune.© Foto: Felix Püschner
Püppi sorgte in der Turnhalle für gute Laune.© Foto: Felix Püschner
Püppi sorgte in der Turnhalle für gute Laune.© Foto: Felix Püschner
Seine kleinen Zuschauer durften sich auch selbst beim Jonglieren versuchen.© Foto: Felix Püschner
Seine kleinen Zuschauer durften sich auch selbst beim Jonglieren versuchen.© Foto: Felix Püschner
Püppi sorgte in der Turnhalle für gute Laune.© Foto: Felix Püschner
Püppi sorgte in der Turnhalle für gute Laune.© Foto: Felix Püschner
Akrobatische Einlagen standen ebenfalls auf dem Programm.© Foto: Felix Püschner
Auch die Erwachsenen hatten Spaß an den Darbietungen.© Foto: Felix Püschner
Püppi sorgte in der Turnhalle für gute Laune.© Foto: Felix Püschner
Püppi sorgte in der Turnhalle für gute Laune.© Foto: Felix Püschner
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Püppi braucht keine Worte, um sein Publikum zum Lachen zu bringen. Humor klappt schließlich auch ohne Vokabular – rein pantomimisch. Nur ein leises „Danke schön“ murmelt sich der Mann mit der roten Nase gelegentlich in den Bart. Das muss genügen. Die Aufmerksamkeit der Kinder genießt er durch seine Späße ohnehin.

Neue Erfahrungen

Rusul hat keine Berührungsängste. Als sie Püppi einen seiner Jonglierbälle reichen soll, nutzt sie ihre Chance, um den Clown in die Nase zu kneifen – und rennt dann schnell wieder an ihren Platz zurück.

„Sie kennt so etwas nicht. Einen Clown hat sie noch nie gesehen“, sagt Ashwak Mohsen. Die Mutter der Kleinen strahlt ebenfalls, während sie das Treiben in der Turnhalle verfolgt. Auch wegen Püppis komischen Einlagen. Aber mehr noch wegen ihrer kleinen Tochter: „Es tut gut, mein Kind lachen zu sehen.“

An vieles erst gewöhnen

Zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern ist Ashwak vor drei Monaten aus dem Irak nach Deutschland gekommen. Ihr altes Leben hat die Familie hinter sich gelassen. Schlimme Erlebnisse sind nur noch in der Erinnerung präsent. In Deutschland wollen sie neu anfangen. „Wir mussten uns hier an vieles erst gewöhnen. Nicht nur an das Essen“, sagt Ashwak.

Arbeit und Glück finden

Wie es für sie weiter geht, weiß die Familie noch nicht. Wünsche haben sie trotzdem: Arbeit finden, ein Haus kaufen und glücklich werden.

Dabei kann Püppi ihnen kaum helfen. Auch wenn er sich noch so sehr bemüht. Mit Grimassen, Springseilen und lustigen Liedern erfüllen sich die Träume der 69 Menschen, die momentan in der Notunterkunft leben, nicht. Die Showeinlagen haben einen ganz anderen Wert: Sie heitern die Menschen auf, lassen sie ihre Sorgen für ein paar Augenblicke vergessen.

Und damit sie ihn in Erinnerung behalten, schreibt Püppi, der seinen Lebensunterhalt eigentlich mit dem Austragen von Briefen und Paketen verdient, nach seinem Auftritt fleißig Autogramme. Das erste bekommt Rusul.

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