Coronafälle bei Tönnies: Mitarbeiter in Werne in Quarantäne

Coronavirus in Werne

Die Coronafälle bei Tönnies in Rheda-Wiedenbrück ziehen ihre Kreise bis nach Werne: Mitarbeiter des Betriebes, die in Werne wohnen, wurden vom Kreis Unna in Quarantäne geschickt.

Werne

, 22.06.2020, 14:52 Uhr / Lesedauer: 2 min
Auch in Werne wurden Mitarbeiter des Fleischunternehmens Tönnies in Quarantäne geschickt.

Auch in Werne wurden Mitarbeiter des Fleischunternehmens Tönnies in Quarantäne geschickt. © picture alliance/dpa

In mehreren Städten hat der Kreis Unna über das Wochenende Mitarbeiter des Fleischunternehmens Tönnies in die Quarantäne geschickt - auch in Werne. „Alle Städte und Gemeinden im Kreis Unna sind betroffen, außer Schwerte und Holzwickede“, sagte der Gesundheitsdezernent des Kreises, Uwe Hasche, am Montagnachmittag in einer eigens dafür anberaumten Telefon-Pressekonferenz.

Nach aktuellem Stand handele es sich insgesamt um 26 Mitarbeiter, die in den Städten des Kreises wohnten. Wie diese sich auf die einzelnen Städte verteilen, ist bisher noch unklar. Klar ist: Der Nordkreis mit Werne, Selm und Lünen sei überproportional betroffen, so Hasche. Den Familien der Verdachtsfälle sei vom Kreis eine „freiwillige Quarantäne eindringlich empfohlen“ worden, so Hasche.

Fälle in Lünen und Bergkamen labordiagnostisch bestätigt

In Lünen wurde in den vergangenen Tagen ein Mitarbeiter positiv getestet, ebenso wie drei seiner Familienmitglieder. Einen weiteren Fall hat der Kreis Unna in Bergkamen bestätigt.

Derweil sorgte das Datenmaterial, das der Kreis Gütersloh am Freitag an den Kreis Unna gemeldet hatte, um die Tönnies-Mitarbeiter ausfindig zu machen, für Unmut. „Es war stellenweise Kraut und Rüben“, so Hasche. Hinter den Mitarbeitern des Kreises liege ein unruhiges Wochenende.

Teilweise habe man Anschriften von Tönnies-Mitarbeitern nicht ermitteln oder verifizieren können, bei anderen stimmten die Telefonnummern nicht. Außerdem hätten sich Tönnies-Mitarbeiter seit dem Wochenende bereits selbst beim Kreis gemeldet - diese hätten aber teilweise wiederum auf keiner der gemeldeten Listen aus Gütersloh gestanden, so Hasche.

Kreis Unna bittet Mitarbeiter, sich beim Gesundheitsamt zu melden

Für die Ordnungsämter der Kreisstädte bedeutete das, die entsprechenden Personen zu ermitteln und noch im Laufe des Freitages die Schreiben über die ordnungsbehördlich angeordneten Quarantänen auszuhändigen.

Wegen der noch unklaren Lage bittet der Kreis Unna noch unbekannte Mitarbeiter von Tönnies, sich mit ihrem Original-Testergebnis im Gesundheitsamt des Kreises unter der Tel. (02303) 270 zu melden.

Unterdessen wartet auch der Kreis Unna auf die Übermittlung der Testergebnisse der betroffenen Tönnies-Mitarbeiter. Um eine möglichst zeitnahe Übermittlung sicherzustellen, habe der Kreis bereits Kontakt zu mehreren Laboren aufgenommen. Fakt sei aber: Von den Verdachtsfällen im Kreise handele es sich größtenteils um Stammpersonal, von dem niemand in sogenannten Sammelunterkünften lebe. „Deshalb haben wir die vorsichtige Hoffnung, dass nicht alle positiv getestet werden“, so Hasche.

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