Coronavirus in Werne: Stadt stellte mehr als 300 Bürger unter Quarantäne

mlzCoronavirus in Werne

Private Feiern sind die Hauptansteckungsquelle mit dem Coronavirus in Werne. Das hat das Ordnungsamt am Mittwoch im Ordnungsausschuss verkündet. Und ein halbes Jahr Corona in Werne Revue passieren lassen.

Werne

, 03.09.2020, 18:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinter Werne liegt mittlerweile fast ein halbes Jahr „Corona“: Werne im Lockdown, dann das stufenweise Wiederhochfahren des öffentlichen Lebens bis zum Leben zwischen der aktuellen und der nächsten Schutzverordnung. 316 Personen hat das Ordnungsamt der Stadt bis dato unter Quarantäne gestellt, 114 haben sich bisher infiziert. 3 Personen sind seit Ausbruch der Pandemie in Werne gestorben.

Vor allem das Ordnungsamt der Stadt leistet dabei bis heute einen Großteil der Arbeit. Dafür bedankten sich einige der Mitglieder des Ordnungsausschusses am Mittwochabend (2. September) im Alten Rathaus. „Die Coronasituation hat dazu geführt, dass andere Themen zurückliegen mussten“, sagte die Leiterin des Ordnungsamtes Kordula Mertens am Mittwochabend im Ausschuss und lässt das vergangene halbe Jahr noch einmal Revue passieren.

Als das Coronavirus im Februar/März auch nach Deutschland kam, hatte die Stadt gemeinsam mit Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und Jugendamt einen Stab für außergewöhnliche Ereignisse gegründet, über den auf „dem kurzen Dienstweg“ für jeden Bereich relevante Dinge geklärt werden konnten. Das habe „fantastisch“ geklappt, so Mertens.

Mertens: „Alles getan, um die Verwaltung aufrechtzuerhalten“

Gemeinsam mit dem Ordnungspartner Polizei habe die Stadt anfangs an sieben Tagen die Woche das Kontaktverbot kontrolliert. Das Ordnungsamt hatte damals Unterstützung aus anderen Bereichen der Stadtverwaltung erhalten, die ihren Betrieb heruntergefahren hatte. Mitarbeiter gingen ins Home Office, Teams wurden auseinandergezogen. „Wir haben alles getan, um die Verwaltung aufrechtzuerhalten“, so Mertens.

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Mit den Lockerungen kamen dann auch schrittweise neue Vorgaben, sodass das Augenmerk später vor allem auf der Kontrolle von Gaststätten und Betrieben wie Friseuren und Massagesalons und der Einhaltung der spezifischen Richtlinien lag. Das Ordnungsamt verfolge hier bis heute vor allem die Fälle, die es durch Bürger gemeldet bekomme. Etwa, wenn Kontaktlisten nicht ausliegen - „Nach wie vor ein heißes Thema“, so Mertens - oder keine Masken getragen werden.

Insgesamt sei man mit überwiegender Mehrheit auf einem guten Weg gewesen, sagt Kordula Mertens. Übrig geblieben ist das Ordnungsamt, dessen Aufgaben nun vor allem darin bestehen, neuralgische Punkte wie den Busbahnhof auf die Einhaltung der Abstandsregeln hin zu kontrollieren und die Fragen von Privatpersonen, die eine private Feier planen, zu beantworten. „Die Anfragen sind massiv“, so Mertens. Das Problem: Für die Bürger sei oft nicht nachvollziehbar, warum der eine Anlass für eine Feier zulässig sei und der nächste wieder nicht.

Corona in Werne: Private Feiern sind Hauptansteckungsgrund

Private Feiern seien auch das Szenario, in dem sich die meisten Infektionen in Werne zutragen, so Mertens: „Parties sind der Hauptansteckungspunkt. Die sind teilweise zulässig, aber es passiert trotzdem.“ Darauf folgten Altenheime. Die Infektionen in Schulen und Kitas seien vergleichsweise gering. Ebenso wie das Thema Reiserückkehrer aus Risikogebieten.

„Das Virus interessiert sich nicht dafür, ob die Veranstaltung zulässig ist oder nicht“, sagt die Leiterin des Ordnungsamtes. Die Zahl von 150 Personen für manche Anlässe findet sie hoch. „Das ist eine ganze Menge. Aber man kann nicht alles verbieten.“ Im privaten Bereich unternehme die Stadt nichts, sofern eine Veranstaltung größenmäßig nicht ausufere. „Man kann im privaten Garten machen, was man will. Aber man muss bestimmte Kriterien beachten“, so Mertens.

Im Moment seien die Infektionszahlen überschaubar. „Aber man muss auch jeden Tag darauf achten.“ Werne habe Glück gehabt mit Einrichtungen, in denen viele Menschen zusammenkämen - etwa in fleischverarbeitenden Betrieben oder Geflüchtetenunterkünften.

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