Die Produktion der Schülerfirma Picon: Hanna Steinweg demonstrierte Staatssekretär Christoph Dammermann wie die Kupferrohre für die Lampen zurechtgebogen werden. © Carina Strauss
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„Das ist echte Handarbeit“ – Staatssekretär besucht Schülerfirma Picon aus Werne

Im Mai gewann die Schülerfirma Picon des Gymnasiums St. Christophorus in Werne den Junior-Landeswettbewerb. Nun geht es weiter mit dem Bundeswettbewerb. Doch zuvor gab es noch tatkräftigen Besuch.

Am Freitag (4. Juni 2021) bekam die Schülerfirma Picon des Gymnasiums St. Christophorus in Werne tatkräftigen Besuch. Christoph Dammermann, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW, besuchte die Schule in Werne, um sich das Projekt anzuschauen.

Anfang Mai hatte die Schülerfirma den Junior-Landeswettbewerb gewonnen. Bei dem Wettbewerb werden Geschäftsidee und -bericht, ein Jury-Interview und eine Videopräsentation bewertet. Die Geschäftsidee von Picon: Lampen, hergestellt aus Kupferrohren.

Lampen im „Industrial Style“

Charlotte Eßner, zusammen mit Jette Löchter Leiterin des Picon-Teams, erklärte dem Staatssekretär zunächst, warum sich die Schülerfirma auf die Lampen fokussiert hat. Die Vorgänger von Picon am Gymnasium St. Christophorus – Earthperiments und Drummel on Tour – hatten Bücher veröffentlicht. „Wir wollten etwas anderes machen. Und wir haben uns dazu entschieden, Produkte im Industrial Style herzustellen.“ Herausgekommen sind Lampen aus Kupferrohr, deren Form, Größe und Glühbirne von den Schülern individuell zusammengestellt werden können. Vertrieben werden sie in sechs Verkaufsstellen in Werne und der Umgebung, unter anderem bei Bücher Beckmann.

Dammermann freute sich mit den Schülern über den Gewinn des Landeswettbewerbes. Nun geht es für die Schüler weiter mit dem Bundeswettbewerb.
Dammermann freute sich mit den Schülern über den Gewinn des Landeswettbewerbes. Nun geht es für die Schüler weiter mit dem Bundeswettbewerb. © Carina Strauss © Carina Strauss

Für Staatssekretär Dammermann ist der Wettbewerb der Schülerfirmen eine gute Möglichkeit, um die Jugendlichen an die betriebswirtschaftlichen Seiten eines Unternehmens heranzuführen. „Dieses betriebswirtschaftliche Denken einmal verstanden zu haben und sich Gedanken über Risiken zu machen – wo kann man das besser lernen als in einer Schülerfirma“, so Dammermann.

Von der Theorie zur Praxis

Doch bei dem theoretischen Teil sollte es am Freitag nicht bleiben. Christoph Dammermann durfte sich auch die Werkstatt der Schüler anschauen und den Produktionsprozess einer Lampe begleiten.

Dammermann durfte auch selbst im Produktionsprozess mithelfen.
Dammermann durfte auch selbst im Produktionsprozess mithelfen. © Carina Strauss © Carina Strauss

Zunächst wurde demonstriert, wie die Kupferrohre, die die Schülerfirma von der Firma Steinweg aus Werne bezieht, zurechtgebogen werden. Im Anschluss durfte Dammermann dann auch selbst tätig werden. Mit dem Hammer und Schlagbuchstaben brachte er den Firmennamen „Picon“ auf das Kupferrohr der Lampe auf. „Ich merke das ist echte Handarbeit“, so Dammermann. Anschließend statteten die Schüler die Lampe noch mit Kabel und Lampenfassung aus.

Zukunftspläne von Picon

Insgesamt hat Picon bereits 147 Lampen dieser Art verkauft und damit Einnahmen von 8500 Euro erzielt. Das Ziel liegt für dieses Jahr bei 10.000 Euro an Einnahmen. Doch dabei soll es nicht bleiben. „Wir würden die Firma gerne weiterführen“, so Charlotte Eßner. Mittlerweile habe sich alles gut eingespielt und neue Ideen gibt es auch schon. Wenn es die Corona-Pandemie in Zukunft wieder zulässt, wollen die Schüler individuelle und an die Zimmer ihrer Kunden angepasste Kleiderschränke bauen. Und auch die Kupferrohre und die Lampen sollen in den Schränken wieder zum Einsatz kommen.

Vom starren Kupferrohr bis zur modernen Wohnzimmerlampe - die Schüler der Firma Picon stellten dem Staatssekretär den gesamten Produktionsprozess vor.
Vom starren Kupferrohr bis zur modernen Wohnzimmerlampe – die Schüler der Firma Picon stellten dem Staatssekretär den gesamten Produktionsprozess vor. © Carina Strauss © Carina Strauss

Doch zunächst steht erst einmal ein weiterer Wettbewerb auf dem Programm. Picon wird neben der Firma bullerBuxe aus Düsseldorf Nordrhein-Westfalen am 15. Juni beim Bundeswettbewerb vertreten, wenn Deutschlands beste Schülerfirma gekürt wird.

Aufgrund der Pandemie kann auch dieser nur digital stattfinden. Für Schulleiter Thorsten Schröer, der das Projekt als Lehrer begleitet, ein klarer Nachteil. „Der Wettbewerb in Berlin wäre etwas ganz Besonderes gewesen“, so Schröer. Aber nicht nur das. „Es war auch geplant, dass die Kunden selbst bei der Produktion dabei sein können. Das geht natürlich derzeit nicht.“ Trotzdem: „Das Projekt macht einfach Spaß“, so Charlotte Eßner. Und Schröer ist beeindruckt von seinen Schülern: „Die sind alle handwerklich begabter als ich.“

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