Pferd und Reiter in der Natur ist gleich Idylle pur. Wenn aber überall die Hinterlassenschaften herumliegen, trübt das doch die Idylle. © dpa
Unterwegs

„Das ist eine Riesensauerei“: Werner verärgert über Pferdemist

Wenn Thomas Wenge in der Natur unterwegs ist, kann er sie kaum genießen: Überall liegen Haufen von Pferdemist auf den Wegen. Der 61-Jährige möchte eine öffentliche Diskussion anstoßen.

Thomas Wenge ist es wichtig klarzustellen: „Ich bin kein Pferdehasser!“ Aber er möchte eine Diskussion anregen. Eine Diskussion über den Pferdemist, der überall in seiner Umgebung herumliege. „Man bewegt sich 500 Meter, dann liegt da ein großer Haufen Pferdekot“, sagt der 61-Jährige. „Es ist einfach eine Riesensauerei, dass überall die Scheiße herumliegt. Das ist wie ein Teppich aus Pferdemist.“

Zuhause in Varnhövel ist Thomas Wenge, der als technischer Leiter bei den Westfälischen Nachrichten arbeitet, „sehr gerne und sehr viel draußen“ unterwegs. Ob zu Fuß mit dem Hund mit dem Fahrrad, sogar mit dem Auto stößt er, wie er sagt, ständig auf die große Haufen Pferdemist. „Das Auto kann ich dann in die Waschanlage bringen“, bemerkt er. Während der Corona-Zeit habe er sich mit Freunden zu einer Fahrradtruppe zusammengetan, „um in Bewegung zu bleiben“, wie er sagt. Und auch unter seinen Radlerfreunden ist der Unmut über die ständige Verunreinigung, die ihnen auf den Wegen begegnet, groß. „Wir müssen dauernd Slalom fahren“, berichtet Wenge.

Wenn Hundehaufen beseitigt werden müssen, dann auch Pferdehaufen

Sogar im Wald und auf Wegen, die eigentlich für Reiter gesperrt sind, fällt ihm das auf. „Da hält sich kein Mensch dran“, sagt er. Und wenn er mit seinem Hund spazieren geht, kann Wenge ihn kaum davon abhalten, am Pferdemist zu schnüffeln oder ihn gar zu fressen.

Auch wenn der Pferdekot rein pflanzlich ist: Er stört Thomas Wenge trotzdem. © Thomas Wenge © Thomas Wenge

Nein, ein Pferdehasser sei er auf keinen Fall, betont er mehrfach. Wenge mag Pferde; rundum gibt es viele. Wenn aber auch Hundehalter dazu angehalten sind, die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner zu beseitigen, sollte das auch von den Reitern zu erwarten sein. „Ich finde, es kann den Pferdehaltern zugemutet werden, eine Schippe mit sich zu führen, und den Kot dann wenigstens vom Weg zu entfernen“, sagt er verärgert. „Das hat einfach mit Anstand und auch mit Sauberkeit zu tun. Wenn ein Hund das machen würde, würde das keiner akzeptieren.“

Auf Wald- und Spazierwegen: überall sind Haufen von Pferdemist zu sehen. © Thomas Wenge © Thomas Wenge

„Grundsätzlich gibt es keinen Unterschied zwischen Hunden, Katzen oder eben Pferden“, informiert Werner Kneip, zuständig für die öffentliche Sicherheit und Ordnung bei der Stadt Werne. „Wer etwas verschmutzt, muss es auch sauber machen.“ Dies betreffe öffentliche Verkehrsflächen, Straßen und Parkanlagen.

„Wer auf Verkehrsflächen oder in Anlagen Tiere, insbesondere Pferde und Hunde, mit sich führt, hat die durch die Tiere verursachten Verunreinigungen unverzüglich und schadlos zu beseitigen“, heißt es in der Ordnungsbehördlichen Verordnung über die Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Gebiet der Stadt Werne vom 4. Juli 2008. Ein Verstoß kostet in allen Fällen 200 Euro. „Das Problem ist aber natürlich, die Verursacher auf frischer Tat zu ertappen“, merkt Kneip an.

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In und um Stuttgart aufgewachsen, in Mittelhessen Studienjahre verbracht und schließlich im Ruhrgebiet gestrandet treibt Kristina Gerstenmaier vor allem eine ausgeprägte Neugier. Im Lokalen wird die am besten befriedigt, findet sie.
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Kristina Gerstenmaier

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